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	<title>Allgemein Archive - Projekt Lernen GmbH</title>
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	<title>Allgemein Archive - Projekt Lernen GmbH</title>
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		<title>Soziale Ausgrenzung im Schulsystem</title>
		<link>https://projekt-lernen.info/soziale-ausgrenzung-im-schulsystem/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 07 Jul 2025 10:55:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Immer mehr Kinder und Jugendliche in Deutschland sind arm. Sie leben in Familien, die nur wenig Geld zum Leben haben – meist aufgrund von Arbeitslosigkeit. In der sozialpolitischen Diskussion über den Kampf gegen Armut von Kindern und Jugendlichen wird oft vergessen, dass das Bildungssystem dabei eine zentrale Rolle spielt. Armut und Bildung stehen in einem [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Immer mehr Kinder und Jugendliche in Deutschland sind arm. Sie leben in Familien, die nur wenig Geld zum Leben haben – meist aufgrund von Arbeitslosigkeit. In der sozialpolitischen Diskussion über den Kampf gegen Armut von Kindern und Jugendlichen wird oft vergessen, dass das Bildungssystem dabei eine zentrale Rolle spielt. Armut und Bildung stehen in einem gleich doppelten Zusammenhang: Arme Kinder und Jugendliche haben geringere Bildungschancen, und fehlende Bildungsabschlüsse bergen im Laufe des Lebens ein großes Armutsrisiko. Die wenigsten Chancen auf dem Arbeitsmarkt und das höchste Armutsrisiko haben Kinder und Jugendliche, die früh aus dem allgemeinbildenden Schulsystem genommen und in Schulen gedrängt werden, die geringwertige Schulabschlüsse vergeben, etwa Förderschulen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h2><strong>Die Historie</strong></h2>
<p>Ein Blick in die Geschichte der Förderschule, die vor über einem Jahrhundert als Hilfsschule gegründet wurde, zeigt, wie aus einer Idee, die als individuelle Unterstützung gemeint war, eine Praxis der Aussonderung erwuchs, die vielen jungen Menschen dauerhaft Teilhabe­ und Lebenschancen verwehrt.</p>
<p>Mit der Einführung der allgemeinen Schulpflicht wurden in Deutschland eigene Schultypen für die verschiedenen Stände etabliert. Nach Gymnasien, Wirtschaftsschulen und Volksschulen entstand um 1900 eine weitere Schulform für all jene Schülerinnen und Schüler, die von der allgemeinen Schulpflicht durch Krankheit, Obdachlosigkeit oder Behinderungen noch nicht erfasst waren. Während es zunächst Hilfsklassen gab, entwickelten sich nach und nach flächendeckend Hilfsschulen. Die damalige Idee der Sonderpädagogik war inklusiv motiviert: Kinder und Jugendliche mit Behinderung sollten am Bildungswesen teilhaben. Die Schulen sollten Schonräume sein, sichere Orte für benachteiligte Menschen.</p>
<p>Historische Texte aus der Anfangszeit der Hilfsschule als eigenständiger Institution zeugen davon, dass soziale Ursachen von Armut mit medizinischen Begründungen für Schulversagen einhergehen, ohne dass das eine als Ursache des anderen benannt wird oder die Wechselwirkungen deutlich gemacht werden. Die Schaffung einer separaten Institution wird damit begründet, dass die Volksschulen entlastet werden. So heißt es beispielsweise 1908 in einer Schrift über die Hilfsschule: „Für die Volksschule bedeutet die Hilfsschule Befreiung von schwachbegabten Schülern, die den Unterrichtsfortschritt hemmen und die Stimmung herabdrücken“ (Pfahl, 2008, S. 15). Doch die Hilfsschulen sollten die Schülerinnen und Schüler auch von Armutskrankheiten heilen. Auf die sozialen Probleme einzuwirken und die Lebensumstände sogenannter Sorgenkinder zu verbessern, hatte bei der Einführung der Hilfsschule eine große Bedeutung.</p>
<p>Seitdem beruhte die Sonderpädagogik auf der Beobachtung, Beschreibung und Aussonderung von Schülerinnen und Schülern. Sie zielte darauf ab, arme und kranke Kinder und Jugendliche, die im Unterricht auffielen, in ihrer andersartigen und unterlegenen sozialen Position wissenschaftlich zu untersuchen, zu schützen und zu verstehen: „Die Schule [&#8230;] hat es mit Lernprozessen und dem daraus resultierenden Ergebnis der Leistung und des Verhaltens zu tun. Sonderpädagogik als spezielle Disziplin interessiert sich in diesem Zusammenhang für auftretende Lern­ und Leistungsauffälligkeiten bzw. Störungen im Werdeprozess des Menschen und deren Behebbarkeit. Ansatzpunkt der Sondererziehung ist das zu erwartende oder bereits eingetretene Lern­ und Leistungsversagen“, formulierte es der Bildungsrat 1973 (Pfahl, 2008, S. 21).</p>
<p>Der Mainstream der Sonderpädagogik versteht sich damals wie heute als Fürsprecher von Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen und Benachteiligungen. Die Tatsache, dass die Segregation die Schülerinnen und Schüler in ihren Bildungs­ und Lebenschancen im Vergleich zu Gleichaltrigen benachteiligt, wird von Expertinnen und Experten zwar erkannt – grundlegend in Frage gestellt wurde die Praxis schulischer Aussonderung durch den Berufsverband der Sonderpädagogik deshalb aber noch nicht.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h2><strong>Abschieberaum statt Schonraum?</strong></h2>
<p>Der Schonraum wird jedoch mitunter zu einem Abschieberaum. Circa 500.000 Kindern und Jugendlichen wird heute ein sonderpädagogischer Förderbedarf attestiert. Bei den meisten werden Lernbeeinträchtigungen diagnostiziert, beispielsweise Konzentrationsstörungen, Lern­ und Leistungsrückstände oder eine verzögerte Sprachentwicklung. Hinter dieser Diagnose verschwindet teilweise die von den Kindern unverschuldete sozioökonomische Benachteiligung: Ein Großteil der Schülerinnen und Schüler an Förderschulen und auch im inklusiven Kontext stammt aus armen Familien. Letzteres betrifft vor allem junge Menschen mit einer Lernbeeinträchtigung. Die Mehrheit ihrer Eltern ist arbeitslos oder geht einfachen Tätigkeiten in geringfügiger Beschäftigung nach. Überdurchschnittlich häufig sind die Schülerinnen und Schüler dabei nichtdeutscher Herkunft. An die Stelle dieses Blicks auf die soziale Lage der Kinder und Jugendlichen tritt häufig die Zuschreibung individueller Defizite, die die kognitive und biologische Konstitution erfasst.</p>
<p>An den Feststellungsverfahren und Schulüberweisungen beteiligte Fachleute wie Lehrkräfte, Schulpsychologinnen und -psychologen sowie Sonderpädagoginnen und Sonderpädagogen stellen den Kindern (und ihren Eltern) dabei bis heute eine individuelle Förderung in Aussicht. Die Realität sieht jedoch nicht immer so aus. Viele der Schülerinnen und Schüler verlassen die Schule ohne einen qualifizierenden Abschluss, und entsprechend wechseln die meisten anschließend in eine Reihe von nicht qualifizierenden Maßnahmen statt in eine Berufsausbildung oder in Arbeit.</p>
<p>Große Teile der Schülerschaft bleiben von Bildungs­ und Berufswegen ausgeschlossen. Durch ihre häufige Ausbildungslosigkeit sind sie im besten Fall auf Erwerbstätigkeiten festgelegt, die mit erhöhten Arbeitslosigkeits­ und Armutsrisiken verbunden sind. Doch gerade der Wettbewerb um gering qualifizierte Arbeit ist besonders hart. Ungelernte sind ungefähr doppelt so häufig vom Erwerbsleben ausgeschlossen wie der Durchschnitt der deutschen Bevölkerung. Zudem sind sie häufiger von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen und finden oftmals keine existenzsichernde Beschäftigung.</p>
<p>Seitens der Vereinten Nationen wurde im Jahr 2007 das deutsche Sonderschulwesen scharf kritisiert. Dieses verletze das Menschenrecht auf Bildung. Alle Kinder und Jugendlichen müssten gleichermaßen die Chance auf einen Schulabschluss erhalten. Der UN­Bildungsbericht bemängelte zudem, Kinder und Jugendliche mit Behinderungen und Benachteiligungen würden in Deutschland durch den Besuch von Förderschulen stigmatisiert. Dies verweigere ihnen wichtige Bildungserfahrungen.</p>
<p>Die 2009 von der Bundesregierung ratifizierte UN-Behindertenrechtskonvention schreibt in Artikel 24 fest, dass das Recht auf Bildung und Chancengleichheit von Menschen mit Behinderungen erst durch ein inklusives Schul­ und Bildungswesen gewährleistet ist. Die Unterzeichnerstaaten haben sich verpflichtet, eine entsprechende Bildungspolitik unabhängig von der Kostenfrage zu betreiben.</p>
<p>Die Idee, Kinder und Jugendliche nach gesundheits­ und armutsbedingten Lernrückständen getrennt in einem gegliederten System zur Schule zu schicken, steht deshalb seitdem verschärft zur Diskussion. Inklusive Ansätze haben sich zunehmend durchgesetzt. Teilweise wird jedoch deren Unzulänglichkeit erkannt und eine Rückkehr zur Beschulung in einer Förderschule gefordert.</p>
<p>Viele andere europäische Länder vermeiden frühe Ausleseprozesse oder fördern gesundheitlich, sozial oder wirtschaftlich benachteiligte Schülerinnen und Schüler an ihrer Regelschule aktiv. Eine Bekämpfung von Bildungsarmut durch die Auflösung von Sonderschulen und die Inklusion aller Schülerinnen und Schüler in einem egalitären Bildungswesen kann die gesellschaftliche Teilhabe aller Kinder und Jugendlichen stärken. So können sie als Erwachsene Demokratie mit­ gestalten und ihrer sozialen Ausgrenzung besser entgegenwirken – auch wenn ihre Ausgangspositionen nicht die gleichen sind. Dies ist zumindest der Ansatz, doch auch hier bestehen Defizite in der Umsetzung.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h2><strong>Erkenntnisse aus der Hirnforschung</strong></h2>
<p>Dass das Gehirn von Jugendlichen ausschließlich wächst und neue Verbindungen entwickelt, bis es ausgewachsen ist und ein langsamer Verfall einsetzt, ist eine weitverbreitete Vorstellung. In der Realität gestaltet sich die Hirnentwicklung allerdings wesentlich komplexer. Sie ist durch eine Abnahme der grauen Substanz charakterisiert, was zu einer effizienteren Funktion beiträgt.</p>
<p>An der Universität Greifswald wurde nun ermittelt, dass genau dieser Prozess bei Jugendlichen von Mitte der neunten bis Mitte der zehnten Klasse umso geringer ausfällt, je mehr soziale Ausgrenzung die Schülerinnen und Schüler wahrnehmen. Dies gilt insbesondere in Bereichen des sogenannten Social Brains, das mit der Navigation in komplexen sozialen Umgebungen verbunden ist und die Interaktion und Kooperation mit anderen erleichtert.</p>
<p>Analysiert wurden Veränderungen in verschiedenen Hirnregionen der teilnehmenden pubertierenden Jugendlichen im Hinblick auf den Einfluss von Schulzugehörigkeit und sozialer Ausgrenzung in der Schule. Dabei zeigte sich ein deutlicher Zusammenhang zwischen sozialer Ausgrenzung (und Nichtzugehörigkeit) und dem Volumen der grauen Substanz in der linken Inselrinde, eines Teils der Großhirnrinde.</p>
<p>Zusammenfassend zeige die Studie, so die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, dass soziale Ausgrenzung in der Schule die strukturelle Entwicklung der grauen Substanz der linken Inselrinde von Schülerinnen und Schülern negativ beeinflusse. Diese Ergebnisse deuteten darauf hin, dass ungünstige soziale Faktoren die Entwicklung des Gehirns langfristig beeinträchtigen könnten.</p>
<p>Lehrerinnen und Lehrer sollten sich somit dessen bewusst sein, dass soziale Ausgrenzung in der Klasse schädliche und langfristige Auswirkungen auf die Entwicklung eines Kindes hat. Sie kann die Reifung des sozialen Gehirns so beeinträchtigen, dass sie die Interaktion und Kooperation einer Schülerin oder eines Schülers mit anderen behindert.</p>
<p>Zugleich gibt die Studie Aufschluss darüber, wie die Entwicklung des sozialen Gehirns unterstützt und wie die soziale Kompetenz in der Schule gefördert werden kann. Um Schäden zu verhindern, ist ein integratives Schulklima elementar, das durch qualitativ hochwertige Beziehungen und ein geringes Maß an sozialer Ausgrenzung gekennzeichnet ist. Dies spielt in dem zuvor beschriebenen inklusiven Szenario ebenfalls eine Rolle. Es ist somit in jeder Beschulungsform eine hohe Herausforderung gegeben, wenn es darum geht, allen gerecht zu werden. Deshalb bedarf es hier eines kritischen Hinschauens und der Wahrnehmung aller Bedürfnisse, damit langfristig die individuellen Hintergründe nicht mehr ausschlaggebend für den Lebenslauf sind.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Wie ist Ihre Ansicht zu dem Thema?</p>
<p>&nbsp;</p>
<h2><strong>Referenzen </strong></h2>
<p>Hänsel, D., Schwager, H. J. (2004). <em>Die Sonderschule als Armenschule. Vom gemeinsamen Unterricht zur Sondererziehung nach Braunschweiger Muster</em>. Bern: Peter Lang.</p>
<p>Pfahl, L. (2008). <em>Die Legitimation der Sonderschule im Lernbehinderungsdiskurs in Deutschland im 20. Jahrhundert. </em>Berlin: Wissenschaftszentrum für Sozialforschung, Forschungsschwerpunkt Bildung, Arbeit und Lebenschancen, Abteilung Ausbildung und Arbeitsmarkt.</p>
<p>&nbsp;</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Achtsamkeit im Kontext Schule</title>
		<link>https://projekt-lernen.info/achtsamkeit-im-kontext-schule/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 06 Jun 2025 19:40:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Sich auf den Moment einlassen, wach, aufmerksam und richtig zugegen sein, bei sich selbst ankommen, Ruhe finden: All das verbinden Menschen mit dem Begriff Achtsamkeit. Aber was verbirgt sich dahinter? Esoterik im modernen Gewand oder ein fundierter Ansatz? Und inwiefern können Schule und Lernende davon profitieren? Mit diesen Fragen haben wir uns befasst. Heute möchten [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://projekt-lernen.info/achtsamkeit-im-kontext-schule/">Achtsamkeit im Kontext Schule</a> erschien zuerst auf <a href="https://projekt-lernen.info">Projekt Lernen GmbH</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Sich auf den Moment einlassen, wach, aufmerksam und richtig zugegen sein, bei sich selbst ankommen, Ruhe finden: All das verbinden Menschen mit dem Begriff Achtsamkeit. Aber was verbirgt sich dahinter? Esoterik im modernen Gewand oder ein fundierter Ansatz? Und inwiefern können Schule und Lernende davon profitieren? Mit diesen Fragen haben wir uns befasst. Heute möchten wir Ihnen unsere Gedanken vorstellen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h2><strong>Was ist Achtsamkeit?</strong></h2>
<p>Der Achtsamkeitsansatz basiert auf althergebrachten buddhistischen und fernöstlichen Lehren, die die bewusste, wache Präsenz im aktuellen Moment ins Zentrum stellten. Nach Jon Kabat-Zinn, dem heute bekanntesten Vertreter, umfasst Achtsamkeit „den Akt des wertungsfreien, absichtlichen sich Konzentrierens und sich bewussten Hinwendens zu den Erfahrungen im Hier und Jetzt“ (Kabat-Zinn, 2003).</p>
<p>Jon Kabat-Zinn stammt aus den USA und ist Molekularbiologe und Arzt. Er unternahm mehrere Reisen durch Asien und kam in diesem Rahmen mit den positiven Auswirkungen der Meditation in Berührung. Diese wollte er nach seiner Rückkehr seinen Patientinnen und Patienten nahebringen. 1979 entwarf er ein achtwöchiges Programm zur achtsamkeitsbasierten Stressreduktion, bei dem er die spirituellen Aspekte in den Hintergrund treten ließ und die Meditationsübungen umwandelte. Heute ist es weltweit bekannt.</p>
<p>In den 1990er-Jahren erlangte Achtsamkeit auch in der westlichen Kultur Bekanntheit. Vor allem in der Psychologie stieß das Konzept auf großes Interesse. Wesentlich waren drei Aspekte: Achtsamkeit als ein theoretisches Konstrukt, Achtsamkeit als eine Interventionsform beziehungsweise Tätigkeit und Achtsamkeit als ein psychischer Zustand.</p>
<p><em>Achtsamkeit als theoretisches Konstrukt</em> interessiert vor allem Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Sie möchten klären, wie sich Achtsamkeit am besten definieren und wie sie sich von anderen Ansätzen abgrenzen lässt, ebenso, welche Prozesse an der Achtsamkeit beteiligt sind.</p>
<p><em>Achtsamkeit als Interventionsform </em>schließt Achtsamkeitsübungen ein, bei denen man sich zum Beispiel ganz bewusst auf die eigene Atmung konzentriert oder die Aufmerksamkeit auf einzelne Körperteile lenkt (Body-Scan). Aber auch ganz alltägliche Aufgaben können zu Achtsamkeitsübungen werden, beispielsweise das Gehen und das Geschirrspülen. Die folgende kleine Geschichte illustriert, was mit solchen achtsamen Alltagshandlungen gemeint ist:</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>„Warum sind Sie so zufrieden, so glücklich?“, wollten die Schülerinnen und Schüler von einem buddhistischen Mönch wissen. Dieser antwortete: „Wenn ich stehe, dann stehe ich, wenn ich gehe, dann gehe ich, wenn ich sitze, dann sitze ich, wenn ich esse, dann esse ich…“</em></p>
<p><em>„Ja, das tun wir doch auch“, erwiderten die Schülerinnen und Schüler, „aber sagen Sie, was tun Sie darüber hinaus?“, fragte die Gruppe erneut. Der Mönch entgegnete: „Wenn ich stehe, dann stehe ich, wenn ich gehe, dann gehe ich, wenn ich sitze, dann sitze ich, wenn ich esse, dann esse ich…“</em></p>
<p><em>Die Schülerinnen und Schüler wurden unterdessen immer unruhiger: „Aber das tun wir doch auch, Meister!“ Da gab der Mönch zu bedenken: „Nein – wenn ihr sitzt, dann steht ihr schon, wenn ihr steht, dann lauft ihr schon, wenn ihr lauft, dann seid ihr schon am Ziel.“</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Achtsamkeit ist also nicht nur etwas, das praktiziert wird, sondern eine umfassende Haltung, ein persönlicher Zustand, in dem man aufmerksam im Hier und Jetzt präsent und gleichzeitig offen für (neue) Erfahrungen ist. Die Fähigkeit dazu zeigt sich bei verschiedenen Menschen in unterschiedlicher stark Ausprägung. Achtsamkeit lässt sich aber trainieren.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h2><strong>Warum Achtsamkeit?</strong></h2>
<p>Viele Menschen leiden heute unter einer hohen Taktung ihres Alltags, unter Informationsüberflutung und einer permanenten Ablenkung. Die meisten von uns kennen das Gefühl, gedanklich ständig woanders zu sein. Bereits Grundschulkinder klagen darüber, dass es ihnen schwerfällt, zur Ruhe zu kommen und abzuschalten, und Lehrpersonen äußern zunehmend die Sorge, dass die Konzentrationsspanne der Kinder immer kürzer werde und die Fähigkeit, sich gänzlich auf etwas einzulassen, verlorengehe. Diese Zerstreutheit sorgt dafür, dass sich immer mehr Menschen von sich selbst, ihren Mitmenschen und ihrer Umwelt entfremdet fühlen. Das ist ein Problem, denn um glücklich und gesund zu sein, benötigt der Mensch eine lebendige Verbindung zu seiner Umwelt – seiner Familie, Freundinnen und Freunden und auch zu seiner Arbeit, wie der Soziologe Hartmut Rosa betont.</p>
<p>Dieses Gefühl von Verbundenheit kann sich einstellen, wenn es uns immer wieder gelingt, achtsam im Hier und Jetzt zu sein, denn Achtsamkeit ermöglicht es, klar zu sehen, in unser Inneres zu blicken, aber auch, die Außenwelt bewusst wahrzunehmen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h2><strong>Achtsamkeit in der Schule – Forschungsbefunde</strong></h2>
<p>Erste Forschungsergebnisse zu den positiven Auswirkungen auf die Psyche und den Körper trugen dazu bei, dass achtsamkeitsbasierte Verfahren Einzug in die Psychotherapie und die Medizin, aber auch in das Bildungswesen und die Arbeitswelt hielten. Zwei führen wir hier exemplarisch an.</p>
<p>Die Forscherinnen Carsley, Khoury und Heath veröffentlichten 2017 eine Metaanalyse zu 24 Studien mit fast 4000 Schülerinnen und Schülern zur Wirksamkeit von Achtsamkeitsübungen in der Schule. Über die Studien hinweg konnte gezeigt werden, dass sich Achtsamkeitsübungen positiv auf das Wohlbefinden und die psychische Gesundheit der teilnehmenden Kinder und Jugendlichen auswirkten. Gefühle von Stress, Angst und Niedergeschlagenheit konnten reduziert werden. Sowohl Grundschulkinder als auch an weiterführenden Schulen unterrichtete Jugendliche profitierten von Achtsamkeitsprogrammen. Die Effekte hielten in der Gruppe der 15- bis 18-Jährigen am längsten an. Dies kann verschiedene Gründe haben: Die in den Studien verwendeten Achtsamkeitsübungen wurden ursprünglich für Erwachsene konzipiert, sodass sie den älteren Lernenden wahrscheinlich am meisten entsprachen. Möglicherweise waren ältere Jugendliche auch besser in der Lage, die Übungen nach dem Ende des Programms selbstständig weiterzuführen. Gleichzeitig gehen einige Forscherinnen und Forscher davon aus, dass die Jugendzeit ein „Fenster der Möglichkeiten“ (Roeser und Pinela, 2014) darstellt, weil in dieser Phase Umbauprozesse in spezifischen Gehirnregionen und Netzwerken stattfinden, die die Jugendlichen einerseits offener für Achtsamkeitsübungen machen, andererseits durch Achtsamkeitsübungen gestärkt werden können.</p>
<p>Zuvor hatten Zenner, Herrnleben-Kurz und Walach (2014) in ihrer Analyse von 24 Studien mit mehr als 1300 Schülerinnen und Schülern von der ersten bis zur zwölften Klasse zeigen können, dass Achtsamkeitsübungen nicht nur die Widerstandsfähigkeit gegen Stress erhöhten, sondern auch die kognitive Leistungsfähigkeit.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h2><strong>Achtsamkeitsübunge</strong><strong>n im Unterricht</strong></h2>
<p>Es gibt verschiedene Achtsamkeitsübungen, die sich für den Unterricht eignen. Eine davon erachten wir als besonders ansprechend. Sie ist unter dem folgenden Link abrufbar: https://www.fritzundfraenzi.ch/video/achtsamkeit-uben-im-klassenzimmer/</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Anleitung Achtsamkeitsübung</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>„Setz dich bequem hin, vielleicht stellst du beide Füße auf den Boden. Leg deine Hände gemütlich auf die Oberschenkel. Und jetzt achte einfach darauf, was du siehst… du kannst dir etwas Zeit dafür nehmen.</p>
<p>Jetzt kannst du die Augen schließen oder einfach nach unten schauen – wie es dir lieber ist. Achte darauf, was du hörst… nimm alle Geräusche um dich herum wahr…</p>
<p>Wenn du willst, kannst du deinen Körper wahrnehmen: wie sich deine Füße auf dem Boden anfühlen, … wo du den Stuhl spürst, auf dem du sitzt… Wie fühlen sich deine Hände an?… Deine Schultern? ….</p>
<p>Achte auf deine Atmung… Wo bewegt der Atem deinen Körper? Wie fühlt sich das Einatmen an?… Wie fühlt sich das Ausatmen an?… Wo kannst du den Atem in deinem Körper spüren?</p>
<p>Wenn du merkst, dass du dich in Gedanken verlierst, dann nimm sie wahr… und wende dich wieder deinem Atem zu.</p>
<p>Nimm dir noch einen kleinen Moment für dich. Wenn du bereit bist, kannst du langsam hierher zurückkommen… Wir reiben die Hände und sind ganz wach.“</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Im Anschluss leitet die Lehrperson einen Erfahrungsaustausch an („Wie ging es euch heute mit der Übung?“). Dabei sollte darauf geachtet werden, dass die Antworten der Schülerinnen und Schüler weder von der Lehrkraft noch von den anderen Schülerinnen und Schülern bewertet werden. Es geht nicht darum, die Übung besonders gut oder richtig auszuführen, sondern darum, das eigene Erleben zu teilen. Auch gilt es zu bedenken, dass Achtsamkeit ein Zustand ist, der Training erfordert. Daher ist es selbstverständlich, dass sich nicht alle Kinder gleichermaßen auf die Übung einlassen können. Gerade unaufmerksame, unruhige Kinder empfinden diese Übungen anfangs oft als langweilig, und es kann ihnen schwerfallen, sich ganz auf das Hier und Jetzt zu konzentrieren. Es ist hilfreich, wenn sie dies als Teil des Prozesses annehmen und akzeptieren können.</p>
<p>Manchmal drängen sich im Zuge von Achtsamkeitsübungen auch belastende Gefühle oder Gedanken in den Vordergrund. Daher ist es wichtig, dass die Teilnahme freiwillig erfolgt und jederzeit abgebrochen werden darf.</p>
<p>Achtsamkeitsübungen wie diese können beispielsweise morgens zur Einstimmung auf den Unterricht oder als Pause eingesetzt werden.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Wir freuen uns, wenn Sie die Übung ausprobieren und uns von Ihren Erfahrungen berichten.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h2><strong>Referenzen</strong></h2>
<p>Carsley, D., Khoury, B. &amp; Heath, N. L. (2017). Effectiveness of mindfulness interventions for mental health in school: A comprehensive meta-analysis. Mindfulness, 9(3), 1–15. doi.org/10.1007/s1267.</p>
<p>Kabat-Zinn, J. (2003). Mindfulness-Based Interventions in Context: Past, Present, and Future. Clinical Psychology: Science and Practice, 10(2), 144–156. https://doi.org/10.1093/clipsy.bpg016.</p>
<p>Roeser, R.W., &amp; Pinela, C. (2014). Mindfulness and compassion training in adolescence: a developmental contemplative science perspective. New directions for youth development, 142, 9–30. DOI:10.1002/yd.20094.</p>
<p>Zenner, C., Herrnleben-Kurz, S., &amp; Walach, H. (2014). Mindfulness-based interventions in schools-a systematic review and meta-analysis. Frontiers in psychology, 5, 603. https://doi.org/10.3389/fpsyg.2014.00603.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Blogs in Schule und Unterricht</title>
		<link>https://projekt-lernen.info/blogs-in-schule-und-unterricht/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 05 May 2025 14:31:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mit Schülerinnen und Schülern einen Blog zu führen, kann eine sinnvolle und bereichernde Erweiterung des Unterrichts darstellen. Zum einen lassen sich in einem Blog regelmäßig Schülertexte veröffentlichen, was ihnen mehr Relevanz zukommen lässt, als wenn sie nur für die Lehrkraft geschrieben werden. Dies steigert die Motivation der Schülerinnen und Schüler, die Texte angemessen zu gestalten [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Mit Schülerinnen und Schülern einen Blog zu führen, kann eine sinnvolle und bereichernde Erweiterung des Unterrichts darstellen. Zum einen lassen sich in einem Blog regelmäßig Schülertexte veröffentlichen, was ihnen mehr Relevanz zukommen lässt, als wenn sie nur für die Lehrkraft geschrieben werden. Dies steigert die Motivation der Schülerinnen und Schüler, die Texte angemessen zu gestalten und sie zu überarbeiten, bis sie passen. Zum anderen sind Blogs eine Ausdrucksform digital mündiger Bürgerinnen und Bürger, die Schülerinnen und Schüler kennengelernt und ausprobiert haben sollte. Von der technischen Umsetzung bis hin zu Medienrechts- und Urheberrechtsfragen sind viele Aspekte relevant, die man am besten dadurch lernt, dass man sie selbst erfährt und dabei angeleitet, beraten und begleitet wird. Wir widmen uns deshalb diesem Thema genauer.</p>
<h2><strong>Was ist ein Blog?</strong></h2>
<p>Der Begriff Blog ist die Kurzform von Web-Log. Das Wort Blog stellt eine Wortkreuzung aus den Begriffen World Wide Web und Log(-Buch) dar. Ein kostenloser Blog ist ein in der Regel öffentlich zugängliches Webjournal. Die Autorin oder den Autor dieses Journals bezeichnet man als Blogger, die Schreibtätigkeit auf der Website als bloggen. Der Blog ist ein auf XML-basierendes Websiteformat des Daten-, Informations- und Gedankenaustauschs und gehört der Familie der RSS-Feeds an. Blogs dienen als Kommunikationsplattform dem kooperativen Austausch von Wissen und Erfahrungen und sind ein fester Bestandteil des Webs 2.0.</p>
<h2><strong>Merkmale von Blogs</strong></h2>
<p>Blogs sind Websites, auf denen sich Menschen thematisch fokussiert austauschen.</p>
<p>In der Regel haben die Leserinnen und Leser eines Blogs freien Lesezugriff auf alle Inhalte und können jederzeit in Form von Kommentaren auf die Informationen und aktuelle Meinungen reagieren. Die Autorin oder der Autor kann diese ablehnen oder zu den Kommentaren Stellung beziehen.</p>
<p>Die folgenden Merkmale sind typisch für Blogs:</p>
<ul>
<li>häufig abwärts chronologisch orientierte (endlose) Liste von Einträgen,</li>
<li>oft aus subjektiver Perspektive verfasst,</li>
<li>meist Diskussionen und Antworten der Lesenden zu den jeweiligen Einträgen möglich,</li>
<li>thematisch offen: Aufzeichnungen, Gedanken, Sachverhalte und Ähnliches,</li>
<li>Individualisierung der Kommunikation: freies Kommentieren und Stellungbeziehen,</li>
<li>Verlinkung und Vernetzung der Webkommunikation bis hin zur Blogsphäre,</li>
<li>Interaktivität aller Beteiligten,</li>
<li>Aufhebung der Grenze zwischen Produzierenden und Rezipierenden und damit auch zwischen Profis und Laien.</li>
</ul>
<p>Man erkennt Blogs unter anderem an der umgekehrt chronologischen Anordnung der Einträge. Die neuesten Artikel (englisch Posts) stehen immer oben.</p>
<p>Die Inhalte eines typischen Blogs sind meist aktuell, informell und gelegentlich auch persönlich formuliert. Blogeinträge können von den schreibenden Bloggerinnen und Bloggern durch Kategorisierung geordnet und in der Regel auch datiert und archiviert werden. Der sogenannte Bloggroll verlinkt auf andere von der Autorschaft gelesene Blogs.</p>
<p>Mit dem Trackback kann man auf einen Blog verweisen, der auf einen anderen Eintrag Bezug nimmt.</p>
<h2><strong>Blogbeispiele aus dem Kontext Schule</strong></h2>
<p><a href="https://www.medienpaedagogik-praxis.de/" target="_blank" rel="noopener">https://www.medienpaedagogik-praxis.de/</a></p>
<p>Dieser Blog richtet sich an alle Personen, die mit Jugendlichen zu tun haben. Der thematische Schwerpunkt liegt auf der medienpädagogischen Praxis. Es werden Materialien, Methoden, Tipps, Tricks und Aktuelles ausgetauscht.</p>
<p><a href="https://www.lehrerfreund.de/" target="_blank" rel="noopener">https://www.lehrerfreund.de/</a></p>
<p>Der Lehrerfreund ist ein in der Lehrerszene sehr bekannter Blog rund um das Thema Lehrer und Schule, der seit 1999 existiert. Neben vielen Informationen zu den Unterrichtsfächern Deutsch und Geschichtsunterricht werden Themen betrachtet, die nicht direkt mit dem Unterricht zusammenhängen, wie das Lehrerarbeitszimmer und die Bildungspolitik. Der Autor spricht bezeichnet seine Seite als ein Portal zu den Themen Schule und Bildung:</p>
<p>Die Zielgruppe sind hauptsächlich Pädagoginnen und Pädagogen, Studierende des Lehramts sowie bildungspolitisch interessierte Lesende.</p>
<p><a href="https://www.4teachers.de/" target="_blank" rel="noopener">https://www.4teachers.de/</a></p>
<p>Unter diesem Link befindet sich eine Sammlung an neuen und überarbeiteten Blogs von Bloganfängerinnen und Bloganfängern rund um die Themen Schule, Unterricht und Bildung. Es finden sich sowohl Blogs zu sehr allgemeinen Themen wie E-Learning und Medienpraxis als auch Blogs zu speziellen Unterrichtsfächern. Die Blogs richten sich an Grund-, Haupt-, Real- und Gesamtschul- sowie an Gymnasiallehrkräfte.</p>
<h2><strong>Blogs als Unterrichtsmethode</strong></h2>
<p>Die Methode des Blogs kann gewinnbringend in der Schule für einzelne Unterrichtsfächer genutzt werden. Im Folgenden werden verschiedene, bereits existierende Möglichkeiten dargestellt.</p>
<ul>
<li>Unterrichtsdokumentation durch Lehrerinnen und Lehrer</li>
</ul>
<p>Lehrerinnen und Lehrer dokumentieren in einem Blog den Unterrichtsverlauf, indem sie Material und Informationen für Schülerinnen und Schüler bereitstellen und ihre Unterrichtsaktivitäten zusammenfassen.</p>
<ul>
<li>Materialbereitstellung durch Lehrerinnen und Lehrer, Aufgabenbearbeitung durch Schülerinnen und Schüler</li>
</ul>
<p>Lehrerinnen und Lehrer betreiben für Schülerinnen und Schüler einen Blog, auf dem sie Material und Aufgaben beziehen und ihre Aufgabenlösungen posten.</p>
<ul>
<li>gemeinsamer Blog von Lehrkraft und Schülerinnen und Schülern zum Austausch</li>
</ul>
<p>Lehrerinnen und Lehrer betreiben mit Schülerinnen und Schülern zusammen einen Kurs- beziehungsweise Fachblog. Letztere holen nicht nur Material und Aufgaben ab, kommentieren und posten Aufgabenlösungen, sondern stellen gleichberechtigt Beiträge ein.</p>
<ul>
<li>Austausch von Schülerinnen und Schüler über Unterricht</li>
</ul>
<p>Schülerinnen und Schüler nutzen Blogs, um sich über den Unterricht und dessen Inhalte auszutauschen.</p>
<ul>
<li>Kommunikation und Präsentation via Blogs</li>
</ul>
<p>Arbeitsgruppen, zum Beispiel Schülervertretungen oder Fachschaften, einer Schule kommunizieren über einen Blog und präsentieren damit zugleich ihre Arbeit. Auch können ganze Schulwebsites in Form eines Blogs existieren. Aktivitäten der Schule werden in einem Blog dokumentiert, und die ganze Schule hat die Möglichkeit, über den Blog zu kommunizieren.</p>
<ul>
<li>Nutzung von bestehenden Blogs anderer Institutionen</li>
</ul>
<p>Es gibt eine Vielzahl von bereits erstellten Blogs, die in den verschiedenen Unterrichtsfächern genutzt werden können.</p>
<ul>
<li>Klassentagebuch</li>
</ul>
<p>Eine weitere Möglichkeit Blogs im Unterricht einzusetzen, bildet ein Klassentagebuch, wie es zum Beispiel auf Elefantenklasse.de geschieht. Bereits seit der zweiten Klasse wurde dieses Tagebuch geführt. Auch für die Orientierungsstufe und die Mittelstufe der weiterführenden Schulen eignet sich dieses Konzept sehr gut. Die Schülerinnen und Schüler stehen so in engem Kontakt zu den Unterrichtspersonen, können sich mitteilen und sämtliche Termine online einsehen. Zudem lassen sich die Ergebnisse einiger besonderer Stunden und gemeinsame Erlebnisse in Form von Fotos präsentieren, was die Klassengemeinschaft durch den gemeinsamen Austausch fördert. Auch für die Eltern bietet dies die Gelegenheit, immer auf dem aktuellen Stand bezüglich des Klassengeschehens zu bleiben.</p>
<ul>
<li>blogunterstütztes selbstorganisiertes Lernen</li>
</ul>
<p>Die Lehrkraft erstellt einen Lehrerblog, in dem sie kursspezifisch die Gliederung der kommenden Stunde möglichst aktuell und kurz präsentiert. Auch werden hier Arbeitsanweisungen in Form von Aufgaben zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus können Links zu Informationsseiten im Internet eingestellt werden. Diese Inhalte müssen immer vor der Stunde im Blog vorhanden sein, da die Schülerinnen und Schüler sich so auf die Stundeninhalte einstellen (eventuell sogar vorbereiten) können und fehlende Schülerinnen und Schüler keine Ausrede für nicht nachgeholte Inhalte oder Hausaufgaben haben.</p>
<p>Die Schülerinnen und Schüler können auch einen Lernerblog erstellen, in dem Sie den Verlauf ihres Arbeitsprozesses und/oder die Ergebnisse darstellen. Das bedeutet, dass sie in ihrem Blog die von der Lehrkraft gestellten Aufgaben und Arbeitsaufträge bearbeiten.</p>
<p>Das Nutzen eines Blogs ist für die Schule beziehungsweise die Lehrerinnen und Lehrer sowie die Schülerinnen und Schüler deutlich attraktiver als die der Nutzung einer eigens erstellten html-Seite. Wenn Aktivitäten im Internet dokumentiert werden sollen, ist das zumeist mit erheblichem Aufwand verbunden. Die Erstellung einer html-Seite mit Kindern ist in angemessener Zeit nicht realisierbar und kann mit allen Zwischenschritten zu einem richtigen Projekt heranwachsen. Ein Blog bietet den Vorteil, dass er durch seine einfache Struktur sehr schnell zur Dokumentation im Internet genutzt werden kann, sodass innerhalb einer Woche mehrere Beiträge verfasst werden können.</p>
<p>Haben Sie bereits Blogeinträge verfasst oder kommentiert? Wenn nicht, probieren Sie es gerne direkt aus: Wir freuen uns auf Ihr Feedback!</p>
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		<title>Schulpflicht versus Bildungsfreiheit</title>
		<link>https://projekt-lernen.info/schulpflicht-versus-bildungsfreiheit/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 04 Apr 2025 21:24:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Corona-Pandemie hat Kinder und Jugendliche gezwungen, abseits der Schulen zu Hause in ihren eigenen vier Wänden zu lernen. Idealerweise stellte das Homeschooling einen Ersatz für den Schulbesuch dar, die Realität sah in vielen Familien jedoch anders aus. Die notwendigen technischen, zeitlichen und räumlichen Voraussetzungen waren nicht in jedem Haushalt gegeben, und so bildeten sich [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Corona-Pandemie hat Kinder und Jugendliche gezwungen, abseits der Schulen zu Hause in ihren eigenen vier Wänden zu lernen. Idealerweise stellte das Homeschooling einen Ersatz für den Schulbesuch dar, die Realität sah in vielen Familien jedoch anders aus. Die notwendigen technischen, zeitlichen und räumlichen Voraussetzungen waren nicht in jedem Haushalt gegeben, und so bildeten sich während des Lockdowns erhebliche Defizite bei vielen Schülerinnen und Schülern aus. Trotz dieser Entwicklungen hat die Corona-Pandemie die Debatte um die Abschaffung der Schulpflicht neu entfacht. Befürwortende argumentieren, die Schulpflicht schließe die Bildungsfreiheit aus. Gegnerinnen und Gegner sehen eher Handlungsbedarf in den Schulen als die Notwendigkeit einer Reform der Schulpflicht.</p>
<p>Goethe, Mozart oder auch Bonhoeffer sind noch mit Hauslehrern groß geworden, früher ein weit verbreiteter, in Adelshäusern üblicher, aber sehr schlecht bezahlter Beruf, der beispielsweise von Herder und Nietzsche ausgeübt wurde. Erst 1938 wurde Heimunterricht mit dem Reichsschulpflichtgesetz verboten, obwohl der Pädagoge Johann Heinrich Pestalozzi den Unterricht zu Hause für die optimale Form der Beschulung von Kindern hielt.</p>
<p>Ursprünglich war die Schulpflicht eine Forderung Luthers. Er erhob sie bereits 1524, aber sie fand nur in einigen protestantischen Landesteilen Deutschlands Anklang. So führte 1592 als erstes Gebiet der Welt das Herzogtum Pfalz-Zweibrücken die allgemeine Schulpflicht ein, allerdings ausschließlich für Jungen. Das Königreich Württemberg war 1649 das erste Land, das so etwas auch für Mädchen umsetzen wollte, wenn auch nur als Fernziel, denn es mangelte an Schulgebäuden und an Lehrkräften, und es gab enorme Widerstände in der Landbevölkerung, die die Kinder als Arbeitskräfte erhalten wollte. 1763 führte dann Friedrich der Große mit dem Generalschulreglement die Schulpflicht für Preußen ein, der aber nur in einigen wenigen Städten entsprochen wurde.</p>
<p>Erst mit der Weimarer Verfassung im Jahre 1919 gab es eine für alle Kinder in Deutschland geltende Schulpflicht von acht Jahren, die mit dem Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland 1949 auf neun Jahre ausgedehnt wurde (in Rheinland-Pfalz erst 1953) und zunächst nur für deutsche Staatsbürgerinnen und -bürger galt, ab 1960 nach und nach auch für Kinder von Menschen mit Migrationshintergrund.</p>
<h2><strong>Pro Schulpflicht</strong></h2>
<p>Die Schulpflicht ist in Deutschland eine wichtige soziale Errungenschaft. Obwohl Eltern in der Regel wissen, was gut für ihr Kind ist, hat sich während der Corona-Pandemie gezeigt: Nicht jedes schulpflichtige Kind verfügt außerhalb der Institution Schule über ausreichende und angemessene Lernressourcen. Die Ungleichheit der Voraussetzungen ist enorm. Obwohl auch innerhalb der Schulen Unterschiede in Bezug auf unter anderem die Ausstattung zu verzeichnen sind, macht die Bedeutung von Homeschooling im eigentlichen Sinne deutlich: Homeschooling, also zu Hause von geschultem Lehrpersonal durchgeführter Unterricht, können sich nur diejenigen leisten, die gute soziale und finanzielle Voraussetzungen haben. Fällt die Schulpflicht weg, sind Kinder und Jugendliche aus finanziell schwachen Familien wieder ein Stück weiter von Bildungsgerechtigkeit entfernt, sofern ihre Eltern sie nicht zum Schulbesuch drängen.</p>
<p>Der Wegfall der Schulpflicht gefährdet außerdem die zeitliche Freiheit, die Kinder und Jugendliche aufgrund fester Alltagsstrukturen haben. Sind Lernen und Schule dann nicht mehr an einen begrenzten zeitlichen Rahmen gebunden, kommen sportliche, soziale oder kreative Aktivitäten möglicherweise zu kurz.</p>
<p>Ein starkes Argument gegen die Aufhebung der Schulpflicht ist auch die Gefahr von geistiger Indoktrination. Beschulung ausschließlich im Rahmen des Elternhauses schafft mitunter einen Nährboden für eine Radikalisierung innerhalb familiärer Strukturen. Kinder und Jugendliche erfahren besonders in öffentlichen Schulen durch den Kontakt zu Gleichaltrigen gesellschaftliche Vielfalt und demokratische Umgangsformen. Die Pluralität der Gesellschaft hautnah zu erleben und im Zuge dessen zu lernen, dass Menschen unabhängig von ihrer sozialen oder ethnischen Herkunft, ihrem Geschlecht, ihrer körperlichen und geistigen Gesundheit gleichgestellt sind, ist der beste Schutz gegen Rassismus, Populismus und Extremismus.</p>
<p>Zuletzt gilt es die Trennung von Familienleben und Schule zu nennen. Die Aufgabe von Eltern besteht nicht darin, die Rolle von Lehrpersonen einzunehmen und Kinder nach ihrer Lernleistung zu beurteilen. Zwar ist ihre Unterstützung im Schulalltag unerlässlich, jedoch müssen Eltern ihr Kind auch unabhängig vom Lernerfolg oder von schulischen Interessen lieben und wertschätzen. Somit gilt es die Rolle von Erziehenden und Lehrenden durch die Schulpflicht zu trennen.</p>
<h2><strong>Contra Schulpflicht</strong></h2>
<p>Bildung ist für jeden Menschen gleichermaßen ein Recht und soll Kinder und Jugendliche zu mündigen, selbstständigen Mitgliedern der Gesellschaft machen. Im Rahmen der Schule kann diese Anforderung nicht für jedes Kind gleichermaßen erfüllt werden. Häufig können sich Schülerinnen und Schüler aufgrund der Umstände in Schulen nicht auf das Lernen konzentrieren. Wenn Kinder oder Jugendliche in der Schule beispielsweise unter sozialen Schwierigkeiten leiden, wird die Schulpflicht zum Schulzwang. Obwohl sie in einem solchen Fall am erfolgreichen Lernen gehindert werden, untersagt die Schulpflicht das Fernbleiben vom Unterricht. Eltern und Kinder machen sich im Zweifelsfall strafbar. Ein Wegfall der Schulpflicht in Deutschland bedeutet nicht, dass Kinder und Jugendliche nicht lernen. Eltern oder Hauslehrkräfte können unter Umständen einen ebenso guten Job machen wie Lehrkräfte an Schulen, sofern sie motiviert, fachlich qualifiziert und pädagogisch fähig sind. Die Überwachung dieser Qualifikationen muss im Sinne der Fürsorgepflicht dennoch staatlich geregelt werden.</p>
<p>Die Schule erfüllt jedoch nicht nur den Zweck des Kompetenz- und Wissenserwerbs, sondern ist auch ein Ort sozialer Interaktion. Dies für Kinder und Jugendliche auch beim Wegfall der Schulpflicht zu gewährleisten, ist gut vernetzten Familien möglich. Abwechslungsreiche soziale Interaktionen bilden die Grundlage für ein gesundes soziales Selbstbewusstsein und die Bildung einer Identität.</p>
<p>Die folgenden Zahlen und Fälle sprechen ebenfalls für ein Abrücken von einer Schulpflicht.</p>
<h2><strong>Zahlen und Fallbeispiele</strong></h2>
<p>Bundesweit gibt es zurzeit etwa 1000 bis 2000 Schulabsente, wie junge Menschen genannt werden, die sich der Schulpflicht entziehen oder von ihren Eltern der Schulpflicht entzogen werden. Die meisten sind Schulschwänzende, die der Schule fernbleiben, ohne dass es die Eltern wissen oder es sie interessiert.</p>
<p>Schweden gehört neben Deutschland, der Volksrepublik China und Nordkorea zu den wenigen Ländern mit einer gesetzlichen Schulpflicht. Berühmt wurde der folgende Fall: Zwei übergewichtige Eltern hatten zwei übergewichtige Kinder. Weil der Staat in Schweden genauso viel Erziehungsrecht hat, wie es den Eltern zusteht, erwirkte die Schule beim Jugendamt, dass die Kinder den Eltern weggenommen werden, mit der Begründung, dass diese nicht in der Lage seien, sie vernünftig zu ernähren. Bevor die Kinder abgeholt werden sollten, bestieg die Familie ein Schiff und wanderte nach Kanada aus, wo es keine Schulpflicht gibt.</p>
<p>In Halle an der Saale sprang eine 15-Jährige aus dem Fenster in den Tod, weil die Polizei sie in die Schule zwingen wollte, wo sie jahrelang gemobbt worden war.</p>
<p>In Hamburg ging der Fall Tanja Gwiasda durch die Presse: Ihr Sohn wurde immer wieder in der Klasse gemobbt, wollte dort nicht mehr hin und erkrankte. Zu Hause lernte er unter Anleitung der Mutter. Tanja Gwiasda gehört zu einer Gruppe von Eltern, den Freilernern, die die Schulpflicht als Relikt aus den vergangenen Jahrhunderten ansehen.</p>
<h2><strong>Regelungen in anderen Ländern </strong></h2>
<p>Die Schulpflicht beinhaltet die Pflicht, zum Lernen ein Schulgebäude aufzusuchen, und nicht etwa die Pflicht zum Lernen an sich. Österreich und die Niederlande haben daher keine Schulpflicht, sondern eine Unterrichtspflicht, der auch außerhalb eines Schulgebäudes entsprochen werden kann. In Irland, Italien und Spanien besteht für die Bildungsfreiheit sogar Verfassungsrang. Dänemark hat die Schulpflicht bereits 1855 abgeschafft und stattdessen ein Bildungsrecht in seiner Verfassung verankert, das beim Kind liegt und über das sich die Eltern nicht hinwegsetzen dürfen. In Kanada, Australien, Neuseeland und in den USA gibt es keine Schulpflicht, sondern eine Unterrichtspflicht, die auch von den Eltern erfüllt werden kann, was teils religiöse, teils regionale Ursachen hat, weil die nächste Schule mitunter zu weit von der Farm entfernt liegt. Mit der Möglichkeit, mit einer Lehrkraft per Internet und Skype zu lernen, greift dort Homeschooling wie auch in Kanada und Australien rasant um sich.</p>
<p>Wie stehen Sie zu dem Thema? Lassen Sie uns an Ihren Gedanken teilhaben.</p>
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		<title>Was Schule ist und was sie werden kann – betrachtet am Beispiel weiterführender Schulen</title>
		<link>https://projekt-lernen.info/was-schule-ist-und-was-sie-werden-kann-betrachtet-am-beispiel-weiterfuehrender-schulen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 07 Mar 2025 14:07:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Grundschulzeit geht schnell vorbei, und ehe man sich’s versieht, steht beim Nachwuchs der Wechsel an eine weiterführende Schule an. Das ist ein weiterer großer Schritt im Leben eines Kindes, der die Weichen für seine berufliche Zukunft stellt. Umso größer ist das Interesse der Eltern, ihre Kinder auf diesem Weg bestmöglich zu unterstützen. Dafür greifen [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Grundschulzeit geht schnell vorbei, und ehe man sich’s versieht, steht beim Nachwuchs der Wechsel an eine weiterführende Schule an. Das ist ein weiterer großer Schritt im Leben eines Kindes, der die Weichen für seine berufliche Zukunft stellt. Umso größer ist das Interesse der Eltern, ihre Kinder auf diesem Weg bestmöglich zu unterstützen.</p>
<p>Dafür greifen sie oftmals auf Erfahrungen aus der eigenen Schulzeit zurück. Allerdings befindet sich das Schulwesen im Wandel. Unterricht, wie die heutige Elterngeneration ihn noch erlebt hat, wird es zukünftig nicht mehr geben. Da ist es wichtig, zu wissen, wie der Schulalltag in Zukunft aussieht, um das eigene Kind begleiten zu können.</p>
<h2><strong>Erweitertes Aufgabengebiet</strong></h2>
<p>Die Hauptaufgabe der weiterführenden Schulen besteht auch heute noch darin, die Schülerinnen und Schüler auf den späteren Beruf vorzubereiten und ihnen dafür die nötige Allgemeinbildung mit auf den Weg zu geben. Allerdings ändert sich die Art und Weise, wie das geschieht, zunehmend. Die Anforderungen, die heutzutage an Schulabgängerinnen und Schulabgänger gestellt werden, damit sie im Beruf erfolgreich sind, beziehungsweise eine Chance auf dem Arbeitsmarkt haben, wandeln sich stark.</p>
<p>Deshalb reichen die klassischen Schulfächer nicht mehr aus. Sie stellen zwar nach wie vor eine wichtige Grundlage dar, aber durch die fortschreitende Digitalisierung wird zusätzlich die Forderung nach Medienkompetenzen immer lauter.</p>
<p>Prinzipiell haben jene Generationen, die sich aktuell noch im Schulalter befinden, hervorragende Zukunftsaussichten, wenn es um ihre Karriere geht, denn auf dem deutschen Arbeitsmarkt macht sich in immer mehr Branchen ein Fachkräftemangel breit, das heißt, es wird zunehmend leichter, einen Job zu finden, und die Konditionen verbessern sich ebenfalls.</p>
<p>Dennoch sieht die perfekte Arbeitnehmerin beziehungsweise der perfekte Arbeitnehmer von morgen anders aus als heutzutage oder vor wenigen Jahren. Das wichtige Stichwort an dieser Stelle ist bereits gefallen: Medienkompetenzen.</p>
<h2><strong>Medienkompetenzen</strong></h2>
<p>Die Digitalisierung ist nicht mehr aufzuhalten. In beinahe allen Berufen wird direkt oder indirekt mit digitalen Medien gearbeitet.</p>
<p>Ein versierter Umgang mit ihnen, Grundkompetenzen, das schnelle Einarbeiten in neue Software – diese und weitere Fähigkeiten müssen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter daher mitbringen, um für den Arbeitgeber wertvoll zu sein. Wer also heutzutage nicht mit digitalen Medien umgehen kann, steht auf dem Arbeitsmarkt vor großen Hindernissen.</p>
<p>Aber die Ausbildung sowie die Förderung von Medienkompetenzen in der Schule sind auch deshalb wichtig, weil die Kinder sowie Jugendlichen heutzutage unweigerlich mit solchen Medien in Berührung kommen, und zwar nicht nur im Beruf, sondern auch im Privatleben. Nur, wenn ihnen der richtige Umgang mit Smartphone und Internet beigebracht wird, können sie sich vor eventuellen Risiken schützen.</p>
<h2><strong>Soft Skills</strong></h2>
<p>Neben den Medienkompetenzen werden noch weitere auf dem Arbeitsmarkt immer wichtiger und müssen dementsprechend in der Schule gelehrt werden. Dabei handelt es sich um die sogenannten Soft Skills, zu denen beispielsweise die folgenden Fähigkeiten gehören: Kommunikations- und Teamfähigkeit, Selbstvertrauen sowie -reflexion, Empathie und emotionale Intelligenz, Belastbarkeit sowie Stressresistenz.</p>
<h2><strong>Schulen im Übergang zur Moderne </strong></h2>
<p>Es verändern sich mit dem Wandel einhergehend bei den klassischen Schulfächern die Prioritäten. Während beispielsweise Fremdsprachen im Zuge der Globalisierung zunehmend an Bedeutung gewinnen, werden Fächer wie Kunstgeschichte und Schwimmunterricht vermutlich irgendwann nicht mehr an sämtlichen Schulen angeboten. Die Frage, die sich angesichts dieser Entwicklungen stellt, lautet: Inwiefern werden Schulen diesen Anforderungen gerecht?</p>
<p>Dies muss differenziert betrachtet werden, denn je nach Land und ebenso zwischen einzelnen Schulen gibt es große Unterschiede. Die meisten Schulen befinden sich in der Übergangsphase zu einem moderneren Schulmodell. Nur wenige sind schon auf dem neuesten Stand.</p>
<p>Als Vorreiter gelten zum Beispiel Dänemark und die Niederlande, aber auch die Nachbarländer Österreich und die Schweiz. Hier gilt die Digitalisierung als relativ weit fortgeschritten, was einerseits die technische Ausstattung der Schulen und die Schulmodelle im Allgemeinen betrifft, andererseits die Medienkompetenzen der Schülerinnen und Schüler. Deutschland präsentiert sich im internationalen Vergleich hingegen weit unter dem Durchschnitt. Dass es hinterherhinkt, wenn es um das Thema Digitalisierung geht, wurde in den vergangenen Jahren durch mehrere Studien bewiesen. Der Digitalpakt soll diese Situation ändern. Dafür werden Milliardensummen investiert, die vor allem dem technischen Ausbau der deutschen Schulen dienen sollen.</p>
<p>Allerdings braucht es auch ein pädagogisches Konzept, das heißt, die Lehrkräfte müssen entsprechend aus- oder fortgebildet werden und über die so wichtigen Medienkompetenzen verfügen. Diesbezüglich ist in Deutschland ebenfalls noch vielerorts ein Mangel festzustellen.</p>
<h2><strong>Digitalisierung – ein komplexes Unterfangen</strong></h2>
<p>Trotz Rückstände und Defizite werden Medien bereits jetzt in vielen deutschen Schulen immer häufiger als Lernmittel eingesetzt – ebenso wie zu Hause. Zwar sind die Schulen in Deutschland von einer vollständigen Digitalisierung noch weit entfernt. Sicher ist aber, dass der Unterricht zukünftig an Schulen rein digital ablaufen und es keine herkömmlichen Schultafeln mehr geben wird.</p>
<p>Selbst Whiteboards sind beinahe überholt und werden durch Smart Boards ersetzt. Anstelle von Aufgabenblättern, Schulbüchern und Schreibheften gibt es zukünftig für jede Schülerin und jeden Schüler ein Tablet, auf dem alle Dateien hinterlegt sind. So oder so ähnlich könnte die Schule der Zukunft auf einer technischen Ebene aussehen.</p>
<p>Viele Schulbuchverlage haben digitale Angebote entwickelt, die das traditionelle Buch weiterdenken und durch vielfältige mediale Möglichkeiten erweitern. In Form eines E-Books stehen die Inhalte dann digital zur Verfügung und können von den Schülerinnen und Schülern direkt bearbeitet werden. Darüber hinaus gibt es ergänzende Arbeitsmaterialien. Durch die digitale Basis lässt sich alles flexibel nutzen – auch über andere Geräte wie Whiteboards und Beamer.</p>
<p>Das bedeutet einen Wandel im gesamten Schulsystem. Es braucht ein neues Rollenverständnis der Schulen, des Unterrichts, der Lehrkräfte sowie der Schülerinnen und Schüler.</p>
<p>Interessanter als die Frage, welche technische Ausstattung die Schulen in Zukunft haben, ist also jene, wie die Schule beziehungsweise der Unterricht aussehen werden.</p>
<h2><strong>Optionen statt verpflichtender Vorgaben</strong></h2>
<p>Den Unterricht, wie ihn die Eltern noch kennen, wird es vermutlich schon bald nicht mehr geben, denn moderne Schulformen lassen den Schülerinnen und Schülern viel mehr Freiheiten, was die Gestaltung ihres Schulalltags angeht. In Zukunft wird es daher zunehmend ihnen überlassen, wann sie sich welchem Schulfach widmen und wann sie welche Aufgaben bearbeiten wollen.</p>
<p>Nicht jede Schülerin und jeder Schüler kann schließlich ab acht Uhr am Morgen seine volle Leistungsfähigkeit abrufen – selbst, wenn sie oder er genug geschlafen hat. Viele zeigen zu späterer Stunde ein deutlich höheres Leistungs- und Konzentrationsvermögen. Daher haben bereits die ersten Schulen eine freiere Zeiteinteilung und eine Art Gleitzeitmodell etabliert, sodass die Schülerinnen und Schüler wählen können, ob sie schon ab acht Uhr oder lieber erst später im Unterricht sitzen wollen.</p>
<p>Interessant ist in dem Zusammenhang ein Schulmodell, das im 20. Jahrhundert von der Reformpädagogin Helen Parkhurst entwickelt wurde. Sie lebte zwischen 1887 und 1974 in der US-amerikanischen Stadt Dalton und legte bei ihrer Pädagogik den Fokus aus das selbstständige Lernen. Auf diese Weise setzen sich die Schülerinnen und Schüler aktiv mit dem Lernstoff auseinander und erzielen dadurch größere Lernerfolge.</p>
<p>Innerhalb gewisser Grenzen erhalten sie also die Möglichkeit, ihre Zeit frei einzuteilen. So können sie ihre Begabungen individuell fördern, jedoch auch bei schwierigerem Lernstoff ihr eigenes Lerntempo beibehalten. Ziele sind eine größere Motivation sowie eine passgenauere Förderung.</p>
<p>Ein großer Vorteil besteht außerdem darin, dass die Schülerinnen und Schüler schon in jungen Jahren ein hohes Maß an Selbstständigkeit erwerben – ein wichtiger Bestandteil der erwähnten Soft Skills. Das Konzept lehrt außerdem mit</p>
<ul>
<li>Verantwortung,</li>
<li>Kooperationsfähigkeit,</li>
<li>Selbstvertrauen und</li>
<li>Selbstmotivation</li>
</ul>
<p>weitere wichtige Soft Skills. Die Freiheit wird dabei insofern umgesetzt, als dass die Schülerinnen und Schüler die Reihenfolge der Fächer, ebenso ihre Lehrkräfte und das Lernteam selbst bestimmen können. Eine solche Stunde sieht beispielsweise wie folgt aus:</p>
<p>Jede Lehrkraft hat einen Lehrerraum, in dem sie zu bestimmten Zeiten anwesend ist.</p>
<p>Die Schülerinnen und Schüler können in diesen Raum gehen und frei entscheiden, wann sie bei wem zu welchem Fach lernen möchten. Somit haben mehrere Schülerinnen und Schüler unterschiedlichen Alters gleichzeitig denselben Unterricht. Es besteht nun die Möglichkeit, entweder gemeinsam zu lernen oder sich Hilfe von der Lehrkraft einzuholen. Zugleich können die Schülerinnen und Schüler andere Fächer lernen – selbst, wenn die Lehrkraft darin nicht ausgebildet ist. Dann fungieren die anderen Schülerinnen und Schüler als Lehrkräfte.</p>
<p>Diese Stunde ist also eine Schulstunde, die zunächst weder zwischen Klassen noch zwischen Fächern unterscheidet. Stattdessen können die Schülerinnen und Schüler frei entscheiden, wann sie sich mit welchem Lernstoff beschäftigen möchten und wer ihnen dabei hilft.</p>
<p>Einige Schulen wenden das Modell bereits an oder planen dies.</p>
<h2><strong>Mehr räumliche Flexibilität </strong></h2>
<p>Die meisten innovativen Schulmodelle schaffen den Klassenraum, wie ihn noch die Elterngenerationen kennt, zunehmend ab. Stattdessen geht der Weg hin zu offeneren Raumsystemen, in denen Schülerinnen und Schüler nicht mehr nur im Klassenverband, sondern auch mit Schülerinnen und Schüler anderer Klassen gemeinsam lernen. Sie können also frei wählen, wo sie lernen möchten und mit wem. Dadurch entsteht ein Gefühl von Freiheit, wohingegen der Zwang zur Anwesenheit in einem bestimmten Raum zu einer vorgegebenen Zeit für viele Schülerinnen und Schüler bislang demotivierend wirkte.</p>
<p>Eines Tages könnte dieses Loslösen von dem Lernen und dessen Ort aber noch größere Dimensionen annehmen. Theoretisch ist durch die neuen digitalen Möglichkeiten ein orts- sowie zeitunabhängiges Lernen möglich. Auf dem Tablet könnte abends auf dem heimischen Sofa ein E-Learning-Kurs durchgearbeitet werden, und die Schülerinnen und Schüler könnten sich von überall auf der Welt in einen virtuellen Unterricht einklinken.</p>
<p>Die Optionen sind hier beinahe endlos. Ob es diese Art von Schule eines Tages wirklich geben wird, bleibt hingegen fraglich. Schließlich sind es auch die sozialen Kompetenzen im direkten persönlichen Kontakt mit anderen Schülerinnen und Schülern sowie den Lehrkräften, die in der Schule ausgebildet sowie gefördert werden sollen.</p>
<p>Denkbar ist trotzdem, dass es irgendwann eine Kombination geben könnte aus Präsenzunterricht, der beispielsweise in Form von Dalton-Stunden stattfindet, und einem rein digitalen Teil mittels E-Learning. Zudem könnte Unterricht zunehmend auch außerhalb des Schulgebäudes stattfinden, zum Beispiel in Form von Exkursionen.</p>
<h2><strong>Die neue Rolle der Lehrkräfte </strong></h2>
<p>Die Veränderungen im Schulmodell wirken sich auch auf die Rolle der Lehrkräfte aus. Der typische Unterricht, bei dem eine Lehrerin oder ein Lehrer vor der Klasse steht und mit den Schülerinnen und Schülern gemeinsam den Lernstoff erarbeitet, gehört vermutlich schon in einigen Jahren der Vergangenheit an. Stattdessen wandelt sich die Funktion der Lehrkraft vielmehr hin zu einer pädagogischen Kraft, die den Schülerinnen und Schülern unterstützend zur Seite steht, während diese ihre festgelegten Aufgaben erledigen.</p>
<p>Für sie wird die Individualisierung des Lehrens und Lernens zukünftig immer mehr im Vordergrund stehen. Weiterhin gilt es, ein Stück weit die Kontrolle abzugeben, um den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit einzuräumen, selbst Verantwortung zu übernehmen und eigenständig zu lernen. Es braucht also auch ein größeres gegenseitiges Vertrauen. Weiterhin ist es ihre Aufgabe, eventuelle Probleme zu erkennen und entsprechend zu helfen.</p>
<p>Die Lehrkraft ist in erster Linie eine Kontrollinstanz, die den Plan im Blick behält und Klassenarbeiten aufsetzt, als Lernfortschrittskontrolle. Aber auch der Unterricht in Förderkursen und das Anleiten von Gruppenprojekten werden in Zukunft immer mehr Zeit im Arbeitsalltag einnehmen. Alles in allem wird die Beziehung zwischen Lehrkraft und Schülerinnen und Schülern in Zukunft intensiviert. Es bleibt mehr Zeit für den Einzelnen. Die Lehrkräfte haben besser im Blick, wie die individuellen Talente, aber auch Schwächen der Schülerinnen und Schüler aussehen. Sie können intensiv auf Fragen eingehen, statt nur in der fünfminütigen Pause zwischen zwei Unterrichtsstunden.</p>
<p>Zuletzt wird auch für die Lehrkräfte zukünftig die digitale Technik eine zunehmend wichtige Rolle spielen. Sie müssen also lernen, die neuen Möglichkeiten optimal für ihren Unterricht einzusetzen, um die Motivation sowie den Lernerfolg bei ihren Schülerinnen und Schülern auf einem hohen Niveau zu halten.</p>
<h2><strong>Veränderte Anforderungen an die Schülerinnen und Schüler</strong></h2>
<p>Ein neues, offenes und digitalisiertes Schulmodell erfordert einige Veränderungen in der Gestaltung des Schulalltags – und damit auch für die Schülerinnen und Schüler. Das System kann nämlich nur dann funktionieren, wenn sie in der Lage sind, sich umzustellen, beziehungsweise bestimmte Eigenschaften zu entwickeln, die sie dazu befähigen, den neuartigen Schulalltag zu meistern. Sie müssen immer selbstständiger lernen und arbeiten, was viel Selbstdisziplin, Motivation sowie Selbstorganisation erfordert.</p>
<p>Je früher die Schülerinnen und Schüler an ein solches Schulmodell herangeführt werden, desto schneller können sich Erfolge einstellen. In der Konsequenz werden Schülerinnen und Schüler zukünftig motivierter lernen. Sie werden individueller anhand ihrer Stärken und Schwächen gefördert sowie optimal auf den späteren (digitalen) Berufsalltag vorbereitet.</p>
<h2><strong>Auswirkungen auf die Eltern </strong></h2>
<p>Auch für die Eltern werden solche Schulmodelle in Zukunft Veränderungen mit sich bringen. Für sie empfiehlt es sich, schon frühzeitig die Eigenverantwortung sowie die Selbstständigkeit ihres Kindes zu fördern, damit dieses selbstbewusst und erfolgreich in der Schule der Zukunft lernen kann. Die Förderung von Medienkompetenzen sollte ebenfalls von Beginn an eine wichtige Rolle spielen – jedoch stets in einem angemessenen Maß. Als Eltern gilt es auch darauf zu achten, dass die Kinder keine Überdosis an digitalen Medien bekommen oder sogar eine Sucht entwickeln. Medienfreie Zeiten sind nach dem Unterricht daher zu empfehlen.</p>
<p>Wenn diese Voraussetzungen erfüllt werden, wird die Schule der Zukunft für alle Beteiligten viele Vorteile mit sich bringen, und natürlich werden es vor allem die Schülerinnen und Schüler sein, die von den neuen Konzepten sowie den digitalen Technologien profitieren. Wie genau die zukünftigen pädagogischen, Unterrichts- und Schulmodelle aussehen werden, bleibt jedoch abzuwarten. Schließlich handelt es sich um einen fortlaufenden Prozess.</p>
<p>Wie sieht Ihre Schule der Zukunft aus? Lassen Sie uns an Ihren Ideen teilhaben.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Schülerinnen und Schüler werden zu Medienschaffenden – Schülerzeitung</title>
		<link>https://projekt-lernen.info/schuelerinnen-und-schueler-werden-zu-medienschaffenden-schuelerzeitung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 10 Jan 2025 14:24:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://projekt-lernen.info/?p=10745</guid>

					<description><![CDATA[<p>In einer Schülerzeitung werden die unterschiedlichsten Themen aus dem Schulgeschehen aufgegriffen. Hauptzielgruppe von Schülerzeitungen sind die Schülerinnen und Schüler der eigenen Schule. Es ist aber auch möglich, dass sich die Schülerzeitung beziehungsweise ausgewählte Artikel an ehemalige Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und in seltenen Fällen an die Eltern richten. Unter Schülerzeitungen werden auch Abizeitungen oder Abschlusszeitungen [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://projekt-lernen.info/schuelerinnen-und-schueler-werden-zu-medienschaffenden-schuelerzeitung/">Schülerinnen und Schüler werden zu Medienschaffenden – Schülerzeitung</a> erschien zuerst auf <a href="https://projekt-lernen.info">Projekt Lernen GmbH</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>In einer Schülerzeitung werden die unterschiedlichsten Themen aus dem Schulgeschehen aufgegriffen. Hauptzielgruppe von Schülerzeitungen sind die Schülerinnen und Schüler der eigenen Schule. Es ist aber auch möglich, dass sich die Schülerzeitung beziehungsweise ausgewählte Artikel an ehemalige Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und in seltenen Fällen an die Eltern richten.</p>
<p>Unter Schülerzeitungen werden auch Abizeitungen oder Abschlusszeitungen verstanden. Diese dienen nach einem Abschluss zur Erinnerung an die gute alte Schulzeit. Immer häufiger werden Schülerzeitungen online erstellt und veröffentlicht. Sie können in unterschiedlichen Perioden erscheinen, etwa wöchentlich, monatlich oder auch jährlich. Das hängt von der Motivation und der Einsatzbereitschaft der Schülerinnen und Schüler ab.</p>
<h2>Was ist eine Schülerzeitung?</h2>
<p>Schülerzeitungen sind periodische Druckwerke. Sie dienen dem Gedankenaustausch und der Auseinandersetzung mit schulischen, wissenschaftlichen, gesellschaftlichen, politischen und allgemeinkulturellen Problemen. Als Mittel der Meinungsbildung und Information sind sie ebenso Träger der Pressefreiheit wie Betriebszeitungen, Tageszeitungen und andere Druckwerke von Minderjährigen für Minderjährige. Die Eigenschaft einer Schülerzeitung geht nicht verloren, wenn Personen, die nicht Schülerinnen beziehungsweise Schüler sind, gelegentlich mitarbeiten, insbesondere in technisch-redaktionellen Angelegenheiten. Von einer Schülerzeitung kann jedoch nicht gesprochen werden, wenn ein Druckwerk sich ganz allgemein an Schülerinnen und Schüler oder Jugendliche richtet und nicht nur an die Schülerinnen und Schüler einer oder mehrerer Schulen, oder wenn die Gestaltung des Druckwerks wesentlich von anderen Personen bestimmt wird, beispielsweise einer Lehrkraft, und nicht von den Schülerinnen und Schülern. In diesem Fall liegt allenfalls eine Jugendzeitschrift oder eine Schulzeitung vor.</p>
<h2 class="wp-block-heading">Warum eine Schülerzeitung?</h2>
<p>Eine Schülerzeitung fördert die Kinder und Jugendlichen in ihrer Entwicklung. Sie lernen dabei nicht nur das Schreiben, beziehungsweise erweitern sie ihren Wortschatz, sondern auch, sich sachlich auszudrücken, ihre Meinung zu äußern und sich zu organisieren. Außerdem erfordert eine Schülerzeitung eine Menge Kreativität und Zielstrebigkeit.</p>
<p>Um eine Schülerzeitung zu erstellen, braucht es zudem ein Team. Die gemeinsame Arbeit stärkt den Zusammenhalt und zeigt den Kindern und Jugendlichen, wie wichtig Teamarbeit im Leben ist. Da das gesamte Schülerzeitungsteam an einem Strang ziehen muss, Artikel innerhalb einer gewissen Zeit fertiggestellt werden müssen und die Schülerzeitung in bestimmten Intervallen veröffentlicht werden muss, ist es wichtig, dass die Schülerinnen und Schüler lernen, Verantwortung zu übernehmen.</p>
<p>Auch wenn nicht alle Arbeiten perfekt sind, erwerben die Beteiligten journalistische Fähigkeiten. Die Schülerzeitung spielt eine große Rolle im Leben der jungen Menschen, die sie herausgeben. Sie trägt zur Reifung der Kinder und Jugendlichen, ihrer Erziehung und auch dazu bei, dass innerhalb der Mauern der Schule eine nachhaltige Minigesellschaft entsteht, ein Arbeitsmodell der modernen Welt. Jede und jeder von ihnen hat die Möglichkeit, das eigene Potenzial zu offenbaren, und lernt, eigene kreative Ideen mutig auszudrücken, was bedeutet, dass eine Freiheit der Gefühle und Gedanken besteht, anders als im Alltag oftmals der Fall. Offen für neue Erfahrungen, Erkenntnisse und Technologien zu sein, nach Verbesserung und Erneuerung zu streben, ist eine wesentliche Grundhaltung, die hier entsteht oder ausgebaut wird. Eine weitere wichtige Eigenschaft, die das Mitarbeiten an der Zeitung fördert, ist es, einen Arbeitsmechanismus aufrechtzuerhalten. All dies macht sie fit für den Alltag und für die Arbeitswelt.</p>
<h2 class="wp-block-heading">Die Onlinevariante</h2>
<p>Neben der klassischen Printversion gibt es die Möglichkeit, eine Schülerzeitung online zu erstellen. Hier ergeben sich die folgenden Vorteile:</p>
<ul>
<li>Die Schülerinnen und Schüler lernen unter Aufsicht den Umgang mit Onlinemedien.</li>
<li>Der Informationsfluss ist schneller, somit ist die Onlinezeitung immer aktuell.</li>
<li>Die Onlinezeitung kann von überall auf der Welt bearbeitet und auch gelesen werden.</li>
<li>Eine Schülerzeitung im Internet zu veröffentlichen, gibt den Schülerinnen und Schülern oftmals einen größeren Anreiz, sich einzubringen, als die Papierversion. Hier können Funktionen eingebaut werden, die dieZeitung lebendiger und interessanter machen.</li>
</ul>
<h2 class="wp-block-heading">Tipps und Themen</h2>
<p>Zuerst gilt es sich passende Themen für die Schülerzeitung zu überlegen. Hier kommen klassische Themen des allgemeinen Schulgeschehens und Artikel über Schulfeste und Auszeichnungen in Frage, aber auch lustige Dinge, wie Versprecher von Lehrekräften, eine Witzeecke sowie lustige Dialoge unter den Schülerinnen und Schülern sind Möglichkeiten, die Zeitung interessant zu gestalten. Artikel über Hobbys, Freizeit und besondere Interessen empfinden Lesende ebenfalls oftmals als spannend. Beliebt sind auch Steckbriefe von Schülerinnen und Schülern und besonders von Klassensprecherinnen bzw. -sprechern oder Schulsprecherinnen bzw. -sprechern oder auch Steckbriefe von Lehrkräften, denn sie ermöglichen es, diese etwas persönlicher kennenzulernen.</p>
<p>Einen kreativen Mehrwehrt bieten vor allem in Schülerzeitungen von Grundschulen selbst angefertigte Bilder zum Ausmalen. Wenn man die Schülerzeitung online erstellt, besteht die Möglichkeit, Videos einzubinden. Des Weiteren lassen sich Kommentarfelder einfügen. So können die Lesenden aktiv teilhaben und Lob oder Verbesserungsvorschläge äußern.</p>
<p>Haben Sie bereits an einer Schülerzeitung mitgewirkt oder eine in der Hand gehabt? Was ist Ihnen am meisten in Erinnerung geblieben?</p>
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		<title>Eine gesunde Fehlerkultur – essenziell für lernwirksamen Unterricht</title>
		<link>https://projekt-lernen.info/eine-gesunde-fehlerkultur-essenziell-fuer-lernwirksamen-unterricht/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 13 Dec 2024 14:10:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Fehler sind aus dem Unterrichtsalltag kaum wegzudenken. Sie bilden einen wesentlichen Bestandteil des Lernprozesses und sind elementar für die Aneignung von Wissen. Schülerinnen und Schüler sowie Lehrerinnen und Lehrer sollten sich dessen bewusst sein und Fehler daher keineswegs scheuen. Anhand von Fehlern erhalten Lernende und Lehrende einerseits Auskunft über (ausbleibende) Lernfortschritte, und andererseits bergen sie [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Fehler sind aus dem Unterrichtsalltag kaum wegzudenken. Sie bilden einen wesentlichen Bestandteil des Lernprozesses und sind elementar für die Aneignung von Wissen. Schülerinnen und Schüler sowie Lehrerinnen und Lehrer sollten sich dessen bewusst sein und Fehler daher keineswegs scheuen. Anhand von Fehlern erhalten Lernende und Lehrende einerseits Auskunft über (ausbleibende) Lernfortschritte, und andererseits bergen sie ein großes Lernpotenzial. Besonders in Bezug auf Lehrkräfte gilt es daher die veraltete Sichtweise, dass es Fehler um jeden Preis zu vermeiden gilt, aussterben zu lassen. Diese aufrechtzuerhalten, kann in der Schülerschaft positive Entwicklungsprozesse verhindern.</p>
<p>Wir werfen heute einen Blick auf die offensichtlichen Vorzüge einer Fehlerermutigungsdidaktik im Vergleich zu einer Fehlervermeidungsdidaktik.</p>
<h2><strong>Was ist ein Fehler?</strong></h2>
<p>Ein Fehler stellt eine unerwünschte Abweichung von einem Handlungsziel dar. Er beinhaltet, dass das gewünschte (normative) Richtige nicht erreicht werden konnte, obwohl sämtliche Informationen zur korrekten Vorgehensweise vorlagen. Ergo ist diese Abweichung vermeidbar. Des Weiteren besteht die Voraussetzung, dass etwas von der beurteilenden Person (meist einer Lehrkraft) als fehlerhaft angesehen wird. Hervorzuheben ist die Reaktion, die auf einen Fehler folgt. Auf der Ebene der Schülerinnen und Schüler kann diese affektiv-motivational und/oder handlungsbezogen ausfallen. Solche Misserfolge können Lernende rasch demotivieren und Gefühle wie Scham und eine negative Selbstbewertung zur Folge haben. Konträr dazu kann die Überwindung eines Fehlers positive Emotionen wie Stolz hervorrufen.</p>
<h2><strong>Wie lernt man aus Fehlern? </strong></h2>
<p>Fehler bieten eine informative Rückmeldung zu Wissenslücken oder Missverständnissen und haben daher ein großes Potenzial, als Lernanlass zu dienen. Dieses Potenzial lässt sich ausschöpfen, indem die Lehrkraft hilfreiche Rahmenbedingungen schafft und die nötigen Maßnahmen ergreift. Hierfür ist das Äußern von qualitativ hochwertigem und adaptivem Feedback die Kernkompetenz, denn es ist nicht allein die kognitive Ebene der Richtigstellung relevant, sondern auch die affektiv-motivationale Ebene, die der Aufrechterhaltung von Lernfreude und Lernmotivation dient. Schülerinnen und Schüler könnten nämlich anstelle einer Analyse des Fehlers und der Initiierung von Lernprozessen mit dem Ignorieren des Fehlers reagieren und folglich dessen Lernpotenzial nicht nutzen. Um dies zu verhindern, muss die generelle Anerkennung und Wertschätzung von Anstrengung und Engagement (unabhängig von der Korrektheit von Antworten) gefördert werden. Besteht hingegen ein dem Lernen hinderliches Fehlerklima, hoffen Schülerinnen und Schüler häufig, nicht mit schwierigen Aufgaben betraut zu werden, oder zeigen aus Angst vor Fehlschlägen kaum Eigeninitiative.</p>
<h2><strong>Was macht ein positives Fehlerklima aus? </strong></h2>
<p>Zunächst ist es wichtig, die Lernsituation nicht einer Leistungssituation gleichzusetzen. Fehler müssen erlaubt sein und dürfen keine ernsthaften Konsequenzen nach sich ziehen. Andernfalls neigen Lernende dazu, Fehler zu vermeiden und Wissenslücken zu vertuschen. Diese Bewertungsirrelevanz muss offen kommuniziert werden, beispielsweise im Hinblick auf Mitarbeitsnoten.</p>
<p>Dies geht einher mit der Abwesenheit negativer Reaktionen der Lehrkraft auf Fehler. Stattdessen gilt es, Schülerinnen und Schüler auch in Fehlersituationen zu ermutigen, um ihre Lernmotivation aufrechtzuerhalten. Selbst das Trösten kann negative Auswirkungen auf die Schulklasse haben. Zugleich gilt es negative Reaktionen der Mitschülerinnen und Mitschüler unverzüglich zu unterbinden.</p>
<p>Ebenfalls von größter Bedeutung sind das Analysieren von Fehlern und das Kommunizieren über sie. Ihren wahrgenommenen Bedrohungsgehalt niedrig zu halten, gelingt, indem eine lernförderliche Kommunikation über öffentlich gemachte Fehler gegeben ist. Fehlerverursachende erhalten die nötige Zuwendung und werden unterstützt, sodass auch ihnen bestenfalls das Lernpotenzial von Fehlern vor Augen geführt wird. Letztlich sollte demnach ein Umfeld geschaffen werden, in dem sich die Lernenden trauen, herausfordernde Aufgaben anzunehmen, und somit das Risiko eingehen, Fehler zu machen. Eine Fehlerermutigungsdidaktik erhöht somit die mündliche Beteiligung der Schülerinnen und Schüler.</p>
<h2><strong>Professioneller Umgang mit Fehlern im Unterricht </strong></h2>
<p>Voraussetzungen für den professionellen Umgang mit Fehlern sind Fachwissen, adäquate Handlungsstrategien und eine fehlerfreundliche Sichtweise. Hinsichtlich des Fachwissens lässt sich festhalten, dass bei Lehrkräften ein fundiertes inhaltsbezogenes sowie fachdidaktisches Wissen über mögliche mit diesem Inhalt verbundene (typische) Fehler und Fehlkonzepte vorhanden ist. Das adaptive Feedback, das im nächsten Schritt angesetzt wird, belehrt Schülerinnen und Schüler nicht bloß über den Mangel an Korrektheit, sondern bietet weiterführende Informationen oder Erklärungen.</p>
<p>Abschließend ist ganz prinzipiell die Abwesenheit einer Fehlervermeidungsdidaktik vonnöten. Diese wissenschaftlich nicht gestützte Sichtweise sieht Fehler als etwas an, das es zu vermeiden gilt, da sie unter anderem vermeintlich den Unterrichtsfluss stören. Dies kann schnell dazu führen, dass Fehler unter den Teppich gekehrt werden und Lernende fragend zurückbleiben. Konträr dazu geht eine Fehlerermutigungsdidaktik mit einem konstruktiven Fehlermanagement beziehungsweise einem positiven Fehlerklima (Fehler als Lernchance) sowie einer erhöhten Fehlertoleranz der Lehrkraft einher.</p>
<p>Es lässt sich demnach festhalten: Fehler gilt es als Lernchance aufzufassen. Im Umgang mit ihnen ist essenziell, sich der psychologischen Auswirkungen einer Fehlersituation auf Lernende bewusst zu sein. Das Entlarven eines Fehlers allein kann bei Schülerinnen und Schülern nachhaltig die Motivation mindern. In einem positiven Fehlerklima werden jedoch Engagement und Mut belohnt und Fehler nicht stiefmütterlich behandelt. Das führt dazu, dass sich Lernende trauen, aktiv am Unterricht teilzuhaben – ganz ohne Angst vor Fehlern und ihren Folgen.</p>
<p>Welche Erfahrungen haben Sie mit Fehlern gemacht? Konnten Sie einen gesunden Umgang mit ihnen entwickeln, oder benötigen Sie hier noch Unterstützung. Wir beraten Sie gerne.</p>
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		<title>Bulimielernen – eine Lernstrategie unter der Lupe</title>
		<link>https://projekt-lernen.info/bulimielernen-eine-lernstrategie-unter-der-lupe/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 01 Nov 2024 17:38:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Bulimielernen, Bulimie-Lernen, Lernbulimie oder bulimisches Lernen ist ein Neologismus, der in Anlehnung an die Essstörung Bulimie entstand. Dabei erbrechen Menschen aufgenommene Nahrung – in der Hoffnung, auf diese Weise schlank zu werden beziehungsweise zu bleiben. Charakteristisch ist demzufolge auch beim Bulimielernen ein kurzzeitiges, sehr intensives Auswendiglernen mit dem Ziel, das Wissen im Anschluss auszuspucken. Diese [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Bulimielernen, Bulimie-Lernen, Lernbulimie oder bulimisches Lernen ist ein Neologismus, der in Anlehnung an die Essstörung Bulimie entstand. Dabei erbrechen Menschen aufgenommene Nahrung – in der Hoffnung, auf diese Weise schlank zu werden beziehungsweise zu bleiben.</p>
<p>Charakteristisch ist demzufolge auch beim Bulimielernen ein kurzzeitiges, sehr intensives Auswendiglernen mit dem Ziel, das Wissen im Anschluss auszuspucken.</p>
<p>Diese oberflächliche, aber simple Strategie wird insbesondere von Schülerinnen und Schülern sowie Studierenden eingesetzt, um unliebsame Prüfungen und Tests zu bestehen.</p>
<p>Da Bulimielernen oft in kurzen Intervallen direkt vor einer Prüfung erfolgt, wird nur das Kurzzeitgedächtnis aktiviert. Damit Informationen bis ins Langzeitgedächtnis vordringen, müssen sie jedoch regelmäßig wiederholt werden. Bulimielernen steht somit in einem Gegensatz zum kumulativen Lernen, in dessen Kontext Wissen nachhaltig erworben wird (Zorek, Sprague &amp; Popovich, 2010, S. 157).</p>
<p>In vielen Fällen bleibt beim bulimischen Lernen also nach der Prüfung nicht viel vom Gelernten zurück. Wird es auf die Spitze getrieben, kann bulimisches Lernen als primäre Lernmethode zu einer seltsamen Kombination aus sehr guten Noten und mäßiger Fachkenntnis führen.</p>
<h2><strong>Pro Bulimielernen</strong></h2>
<p>Seien wir mal ehrlich: In der Schulzeit und im Studium, aber auch in Fort- und Weiterbildungen müssen wir ständig Dinge lernen, die man genauso gut auch googeln könnte, Dinge, die auf den ersten Blick für die Praxis irrelevant sind, oder einfach Dinge, die uns absolut nicht interessieren.</p>
<p>Für solche Fälle ist bulimisches Lernen durchaus eine effektive Herangehensweise. Darüber hinaus stellt es eine sehr zeitressourcenschonende Lernmethode dar.</p>
<p>Wer immer nur punktuell für Prüfungen und Tests lernt, spart wertvolle Freizeit, in der er oder sie sich Dingen widmen kann, die von größerem Interesse sind.</p>
<p>Tatsächlich könnte man bulimisches Lernen sogar als einen Indikator für Erfolgswillen und die Fähigkeit ansehen, Prioritäten zu setzen. Schließlich bedeutet es, in einem festen Rahmen auf ein konkretes Ziel hinzuarbeiten, obwohl keine positive Haltung zur Materie beziehungsweise zur eigentlichen Handlung besteht.</p>
<p>Das spricht zudem für eine gute Konzentrationsfähigkeit. Mit einer solchen fällt es beispielsweise leichter, in den sogenannten Flowzustand zu kommen, der für mentale und körperliche Höchstleistungen wichtig ist.</p>
<h2><strong>Contra Bulimielernen</strong></h2>
<p>Bulimielernen hat insbesondere in den Lern-, Kognitions- und Bildungswissenschaften einen schlechten Ruf. Da das Gelernte nicht bis ins Langzeitgedächtnis vordringt, stellt diese Methode eine sehr oberflächliche Form des Lernens dar.</p>
<p>Im akademischen Raum ist Bulimielernen unter anderem auch deswegen verpönt, weil es riskant ist, sich von Prüfung zu Prüfung zu hangeln.</p>
<p>Wenn jemand Fakten aufsaugt wie ein Schwamm, aber die Zusammenhänge nicht versteht, stellt sich natürlich die Frage, ob überhaupt die notwendigen Kompetenzen erworben wurden (Zorek, Sprague &amp; Popovich, 2010, S. 157).</p>
<p>In diesem Sinne ist Bulimielernen keine Form des Lernens, die auf Wissenserwerb abzielt – ganz im Gegenteil sogar. Das stumpfe Auswendiglernen von Fakten führt weder zu einer kritischen Auseinandersetzung mit dem Thema noch zu einer Vertiefung der Kompetenzen oder des Fachwissens.</p>
<p>Obwohl vieles, was wir an deutschen Schulen und Universitäten, im Rahmen von Fort- und Weiterbildungen heute so lernen, im späteren Berufsleben oder für die bestehende Berufspraxis als wenig relevant erscheint, gibt es viele Informationen und Methoden, die angewendet und hinterfragt werden können sollten.</p>
<p>Für Menschen, die ihre Fähigkeiten oder ihr Wissen in einem Bereich langfristig erhalten und ausbauen möchten, ist bulimisches Lernen kaum geeignet.</p>
<h2><strong>Tipps für das Speichern von Gelerntem</strong></h2>
<p>Beim Lernen sind Regelmäßigkeit und Wiederholung das A und O. Wenn etwas einmal, zweimal oder dreimal durchgegangen wird, bleibt es oft nicht hängen.</p>
<p>Stattdessen gilt es jeden Tag ein festes Zeitfenster zum Lernen einzuplanen und dann alle Informationen durchzugehen und gegebenenfalls neu abzufragen.</p>
<p>Vielen hilft es auch, einen Lernplan zu erstellen. Hier lässt sich genau festlegen, was wann und wie lange gelernt werden soll.</p>
<p>Es empfiehlt sich dabei, übergreifende Themenbereiche zu bilden und diese nacheinander abzuarbeiten. Innerhalb dieser Themenbereiche werden immer nur kleine Teilaspekte gelernt, sodass keine Überforderung eintritt. So ist es möglich, sich effizient Detailwissen anzueignen und gleichzeitig Stück für Stück die Zusammenhänge zu erschließen (Fowler et al., 2017, S. 6).</p>
<p>Darüber hinaus hat erfolgreiches Lernen auch eine nicht zu vernachlässigende emotionale Komponente: Wer Spaß beim Lernen hat, sich wohl fühlt und vielleicht sogar etwas Interessantes am Gelernten finden kann, merkt es sich mit erhöhter Wahrscheinlichkeit (Tyng et al., 2017, S. 1454).</p>
<p>Deshalb ist es sinnvoll, ein gutes Setup für Lernsessions zu schaffen. Gleichgesinnte in einer Lerngruppe, Belohnungen während des Lernens und im Anschluss und das Festhalten von etwas, das als besonders interessant empfunden wird, sind hier hilfreich. Positive Gefühle sorgen für gute Erinnerungen – auch und vor allem beim Lernen.</p>
<h2><strong>Fazit</strong></h2>
<p>Bulimielernen ist nicht unbedingt die nachhaltigste Art des Lernens. Es handelt sich um eine recht oberflächliche und kurzfristige Form der Informationsaufnahme, die keinesfalls zum Kompetenzerwerb oder gar zur Vertiefung bestehender Kenntnisse geeignet ist.</p>
<p>Müssen jedoch für eine Prüfung reine Fakten auswendiggelernt werden, die sonst einfach ergooglet würden, kann Bulimielernen durchaus eine effiziente Lernmethode sein.</p>
<p>Der Wissensnachweis für die Prüfung ist erbracht, und das Wissen lässt sich danach problemlos via Internet, Lehrbuch und ähnlichen Wegen wieder auffrischen.</p>
<p>Grundsätzlich gilt jedoch immer: Verstehen ist besser als Auswendiglernen. Wenn das Gelernte also behalten und angewendet werden will, sollte auf eine gute Gliederung und Planung, regelmäßige Wiederholungen und eine angenehme emotionale Atmosphäre gesetzt werden.</p>
<p>Haben Sie schon mal Bulimielernen angewendet? Welche Lernmethoden bevorzugen Sie? Wir beraten Sie gerne, wenn Sie hier Anregungen benötigen.</p>
<h2><strong>Referenzen</strong></h2>
<p>Zorek, J. A., Sprague, J. E. &amp; Popovich, N. G. (2010), Bulimic Learning. <em>Pharmaceutical Education 74</em>(8). https://doi.org/10.5688/aj7408157.</p>
<p>Fowler A., Whitehurst K., Al Omran Y., Rajmohan S., Udeaja Y., Koshy K. et al. (2017). How to study effectively. <em>International Journal of Surgery: Oncology 2</em>(6), e31. http://doi.org/10.1097/IJ9.0000000000000031.</p>
<p>Tyng, C. M., Amin, H. U., Saad, M. N. M. &amp; Malik, A. S. (2017). The Influences of Emotion on Learning and Memory. <em>Frontiers in Psychology 8</em>. https://doi.org/10.3389/fpsyg.2017.01454.</p>
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		<title>Barrierefreiheit – ein wesentliches Merkmal inklusiver Schulen</title>
		<link>https://projekt-lernen.info/barrierefreiheit-ein-wesentliches-merkmal-inklusiver-schulen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 04 Oct 2024 09:47:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Menschen, die mit einer Beeinträchtigung im Bereich der Mobilität, des Sehens oder Hörens leben, können mit Hindernissen beim Zugang zu Bauten oder bei der Nutzung von Anlagen konfrontiert sein. Beispielsweise ist ein Gebäudeeingang mit Treppen für eine Person im Rollstuhl offensichtlich ein Hindernis. Es existieren aber auch Barrieren, die auf den ersten Blick weniger ersichtlich [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Menschen, die mit einer Beeinträchtigung im Bereich der Mobilität, des Sehens oder Hörens leben, können mit Hindernissen beim Zugang zu Bauten oder bei der Nutzung von Anlagen konfrontiert sein. Beispielsweise ist ein Gebäudeeingang mit Treppen für eine Person im Rollstuhl offensichtlich ein Hindernis. Es existieren aber auch Barrieren, die auf den ersten Blick weniger ersichtlich sind, beispielweise, wenn eine Person, die Hörgeräte benutzt, an einer Veranstaltung in einem Raum ohne induktive Höranlage teilnimmt. Hindernisfreies Bauen ist entscheidend für Integration und Inklusion. Die Anpassung des Lebensraums – zum Beispiel von öffentlichen und privaten Gebäuden und Anlagen –, damit dieser für alle Menschen zugänglich und nutzbar ist, stellt eine Grundvoraussetzung für die Partizipation betroffener Kinder, Jugendlicher und Erwachsener mit Behinderung in verschiedenen Lebensbereichen dar. Wir haben uns deshalb mit den Herausforderungen einer barrierefreien Schulanlage befasst.</p>
<h2><strong>Inklusives Grundverständnis</strong></h2>
<p>Barrierefreiheit ist in Deutschland einer der zentralen Begriffe der öffentlichen Debatte um die Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen und die Zugänglichkeit des öffentlichen Raums geworden (Tervooren &amp; Weber, 2012). Der Debatte liegt ein verändertes Verständnis von Behinderung zugrunde: Nicht die Beeinträchtigung einer Person, wie eine körperliche Beeinträchtigung oder eine Sehschädigung steht im Fokus der Betrachtung, sondern Barrieren, die in der Umwelt der Menschen liegen, sorgen für eine Behinderung des Individuums. Aus dieser Perspektive kann prinzipiell jeder Mensch von Barrieren betroffen sein, beziehungsweise durch sie behindert werden (Kastl, 2016). Menschen mit Beeinträchtigungen sind jedoch häufiger und in besonderem Maße von Barrieren betroffen, sodass für sie das Konzept Barrierefreiheit von weitaus größerer Bedeutung für die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ist (Heck, 2012). Im Allgemeinen kann gesagt werden, dass Barrierefreiheit eine Grundvoraussetzung für die Teilhabe aller am öffentlichen gesellschaftlichen Leben ist und somit eine Grundvoraussetzung für Inklusion, dem gemeinsamen Leben von Menschen mit und ohne Beeinträchtigung (Bethke, Kruse, Rebstock &amp; Welti, 2015).</p>
<p>Speziell in der Architektur hat sich die Begrifflichkeit Barrierefreiheit etabliert. Hier gilt sie mittlerweile als Gütekriterium zukunftsfähiger Gebäude (Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit, 2016, S. 16). Es wird betont, dass „eine barrierefrei zugängliche Umwelt für etwa 10 % der Bevölkerung zwingend erforderlich, für etwa 30 bis 40 % notwendig und für 100 % komfortabel ist“ (Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit, 2003, S. 3).</p>
<h2><strong>Barrierefreie Schulanlagen als Teil des inklusiven Schulsystems</strong></h2>
<p>In der Debatte um eine inklusive Schulentwicklung, die durch das Inkrafttreten der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) (United Nations, 2006 / 2008) angestoßen wurde, wird für eine intensivere Berücksichtigung von Barrierefreiheit im deutschen Schulbau plädiert. Dies betrifft nicht nur Klassenzimmer und Fachräume, sondern auch die Außenbereiche, auf die wir heute unseren Fokus richten.</p>
<p>Schulanlagen, die nur für Schülerinnen und Schüler ohne Beeinträchtigungen zugänglich und nutzbar sind, müssen als exklusiv bezeichnet werden, weil dort gemeinsames, also inklusives, Spielen erschwert oder verhindert wird. Gleiches gilt für Spielplätze. Nicht umfänglich barrierefreie Orte weisen also ein erhöhtes Exklusionspotenzial auf und sind als Gegenspieler der Inklusion anzusehen.</p>
<p>Denkt man an aktuelle Schulanlagen oder Spielplätze, dann kommen schnell Spielgeräte als ausschließende Orte in den Sinn, weil diese zum Beispiel für rollstuhlnutzende Menschen häufig nicht zugänglich sind. Oft scheitert es bereits daran, dass das besagte Spielgerät von einem unüberwindbaren Graben aus Sand umgeben oder mit dem Rollstuhl nicht nutzbar ist. Gemeinsames Spielen von gehenden und rollstuhlnutzenden Kindern wird durch die Auswahl der Geräte und die räumliche Struktur beeinflusst. Barrieren dieser Art können leicht durch die Anwendung der sogenannten „Räder-Füße-Regel“ (vgl. Lebenshilfe Wittmund e. V. &amp; Regionales Umweltbildungszentrum Schortens e. V., 2002) in der Planung vermieden beziehungsweise in der Praxis identifiziert werden: Sind alle Angebote für rollstuhlnutzende und gehende Personen durchgängig nutzbar?</p>
<p>Barrierefreiheit bedeutet allerdings mehr als eine rollstuhlgerechte Anlage und betrifft deutlich mehr als die reine bauliche Gestaltung. Beides wird anhand der Definition von Barrierefreiheit deutlich, die im Behindertengleichstellungsgesetz (BGG, 2002, § 4) verankert ist: „Barrierefrei sind bauliche und sonstige Anlagen, Verkehrsmittel, technische Gebrauchsgegenstände, Systeme der Informationsverarbeitung, akustische und visuelle Informationsquellen und Kommunikationseinrichtungen sowie andere gestaltete Lebensbereiche, wenn sie für Menschen mit Behinderungen in der allgemein üblichen Weise, ohne besondere Erschwernis und grundsätzlich ohne fremde Hilfe auffindbar, zugänglich und nutzbar sind. Hierbei ist die Nutzung behinderungsbedingt notwendiger Hilfsmittel zulässig“ (Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz, 2002 / 2018).</p>
<h2><strong>Barrierefreiheit – Wie gelingt das?</strong></h2>
<p>Für die Gestaltung von Schulanlagen müssen verschiedene beeinträchtigungsspezifische Bedürfnisse hinsichtlich der barrierefreien Gestaltung bedacht werden. Können beispielsweise Schülerinnen und Schüler mit Hör- oder Sehschädigung den Pausenhof und seine Geräte nutzen? Der Einsatz von Hilfsmitteln wie Rollatoren muss möglich sein. Weiter müssen Barrieren bei der Gestaltung der Systeme der Informationsverarbeitung, beispielsweise Beschilderungen oder Leitsysteme, bedacht werden. Barrieren dieser Art können leicht durch die Anwendung des sogenannten Zwei-Sinne-Prinzips (vgl. Lebenshilfe Wittmund e. V. &amp; Regionales Umweltbildungszentrum Schortens e. V., 2002) in der Planung vermieden beziehungsweise in der Praxis identifiziert werden: Sind alle Informationen durch mindestens zwei der Sinne (Sehen, Hören, Fühlen) wahrnehmbar?</p>
<p>Die Forderung nach Barrierefreiheit betrifft diverse Raumbereiche von Schulanlagen wie Verkehrswege (Haupt- und Nebenwege), Spielgeräte (Schaukel, Rutsche), Sitzgelegenheiten und Rückzugsorte, Materialaufbewahrungsorte (Geräteräume), sportspezifische Räume (Fußballplatz) und Sanitäranlagen. Es gilt nicht allein die Schülerinnen und Schüler, sondern auch Lehrpersonen beziehungsweise Erwachsene jeden Alters (Eltern, Großeltern) zu berücksichtigen.</p>
<p>Ob alle Raumbereiche oder nur bestimmte Spielgeräte für alle potenziellen Nutzenden barrierefrei gestaltet werden, ist eine grundsätzliche Frage, die mehr Aufmerksamkeit bedarf. Für den deutschsprachigen Raum kann ferner festgehalten werden, dass die Thematik Barrierefreiheit von Schulanlagen sowohl bewegungs- als auch erziehungswissenschaftlich bisher allenfalls randständige Beachtung gefunden hat.</p>
<p>Bei akutem Handlungsbedarf bieten die Empfehlungen des Deutschen Instituts für Normung e. V. eine erste Orientierung. Sowohl die DIN-18040-1 „Barrierefreies Bauen-Planungsgrundlagen“, Teil 1: „Öffentlich zugängliche Gebäude“, als auch speziell die überarbeitete DIN 18034 9/2012 „Spielplätze und Freiräume zum Spielen“ leisten Hilfestellung hinsichtlich der barrierefreien baulichen Gestaltung. Darüber hinaus empfiehlt Degenhardt (2018) die Anwendung des Leitfadens Barrierefreies Bauen (Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat, 2016).</p>
<h2><strong>Grenzen der Barrierefreiheit</strong></h2>
<p>Es sollte bedacht werden, dass selbst ein Abarbeiten der DIN-Normen oder ähnlichen Checklisten keine vollkommene Barrierefreiheit für alle sicherstellt. Ein Grund dafür ist die Wirkungsweise von Barrieren. Sie spiegeln eine Wirkungsbeziehung wider, sind „individuell und subjektiv, kontext- und intentionsabhängig und somit auch zeitlich veränderlich“ (Heck, 2012, S. 328). Bedürfnisse hinsichtlich der Barrierefreiheit können gegenläufig sein, also miteinander konkurrieren. So sind Bedürfnisse hinsichtlich der Barrierefreiheit von langstock- und rollstuhlnutzenden Menschen teils andere und baulich bisher nicht immer gleichzeitig umsetzbar (Kastl, 2016, S. 103).</p>
<p>Leidner (2007, S. 33) führt an, dass die Frage „Was ist Barrierefreiheit?“ in den Hintergrund gestellt werden müsse und vielmehr spezifisch zu fragen sei: „Für wen ist was barrierefrei?“. Er schlägt eine Erfassung und Katalogisierung von behinderungsspezifischen Bedürfnissen bezüglich der Barrierefreiheit vor, die dann bedarfsgerecht eingesehen und genutzt werden können. Anders als das katalogisierte Wissen zu den einzelnen Förderschwerpunkten in der Sonderpädagogik, das auf einzelne Nutzergruppen ausgerichtet ist, fragt das Universal Design nach dem größten gemeinsamen Nenner hinsichtlich Maßnahmen der Barrierefreiheit, um dem Dilemma von Bedeutsamkeit und gleichzeitiger Utopie einer vollkommenen Barrierefreiheit zu begegnen. Es folgt dem Ideal, Produkte, Dienstleitungen und Architektur möglichst für alle Nutzergruppen zugänglich sowie nutzbar und somit interessant zu gestalten (Bruhn &amp; Homann, 2013). Erste Ansätze der Übertragung auf Spielplätze gibt es im englischsprachigen Raum (Lynch, Moore &amp; Prellwitz, 2018).</p>
<p>Komplexe Herausforderungen erfordern eine interdisziplinäre Zusammenarbeit. Lehrpersonen sowie Akteurinnen und Akteure aus dem Bereich der Sonder- und Behindertenpädagogik, der Architektur, der Sport- und Spielgeräteindustrie, aber auch Menschen, die von Beeinträchtigungen betroffen sind, müssen bei der Planung von Neubauten beziehungsweise der Umgestaltung von Schulgebäuden und -geländen zusammenarbeiten. Entscheidend ist es, alle Raumbereiche für alle potenziellen Nutzerinnen und Nutzer in den Blick zu nehmen. Bei der Gestaltung und Auswahl von Spielgeräten sind Kreativität und Diskussion vonnöten, gilt es doch auf der einen Seite, sich der Herausforderung zu stellen, diese barrierefrei, also zugänglich und nutzbar, zu gestalten, auf der anderen Seite, ihren Auf- und Herausforderungscharakter zu erhalten, um ihr Potenzial für Bewegungslernen und -bildung zu wahren. Grundsätzlich muss dabei diskutiert werden, ob jede Bewegungsaufgabe von allen bewältigt werden können muss oder ob es als ausreichend anzusehen ist, dass jede und jeder eine Bewegungsaufgabe haben.</p>
<h2><strong>Herausforderungen für die inklusive Schule</strong></h2>
<p>Inklusiv zu handeln, bedeutet unter anderem, Barrieren wahrzunehmen und diese abzubauen (Bükers, 2017). Das kann eine große Herausforderung darstellen, denn häufig fehlt die Expertise. Einige Projekte bestehen dennoch bereits. Exemplarisch anführen lässt sich „Ab in Pause!“, ein Kooperationsprojekt an der Fakultät Erziehungswissenschaft zwischen dem Arbeitsbereich Bewegung, Spiel und Sport und dem sonderpädagogischen Förderschwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung. In diesem Kontext wurde Pausenhof der Schule Elfenwiese in Hamburg, einer Schule mit dem sonderpädagogischen Förderschwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung, barrierefrei gestaltet, und zwar spezifisch für Schülerinnen und Schüler mit körperlichen und motorischen Beeinträchtigungen. Besondere Berücksichtigung erfuhren die Qualitätsmerkmale vertikale und horizontale Erreichbarkeit. So wurde unter anderem ein rollstuhlgerechtes Karussell etabliert, das schwellenlos über einen abfedernden Tartanboden zu erreichen ist, oder ein Sandkasten, der höhenverstellbar ist und Menschen das Spielen mit Sand erlaubt, die sich nur unter großem Aufwand oder gar nicht bücken können.</p>
<p>Barrierefreiheit ist eine Grundvoraussetzung für Teilhabe und somit auch für Inklusion. Wo haben Sie Barrieren wahrgenommen? Wir freuen uns über Ihren Bericht.</p>
<h2><strong>Referenzen</strong></h2>
<p>Bethke, A., Kruse, K., Rebstock, M. &amp; Welti, F. (2015). Barrierefreiheit. In T. Degener &amp; E. Diehl (Hrsg.), Handbuch Behindertenrechtskonvention. Teilhabe als Menschenrecht &#8211; Inklusion als gesellschaftliche Aufgabe (S. 170–181). Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung.</p>
<p>Bruhn, L. &amp; Homann, J. (2013). Architektur der Gleichstellung. Barrierefreiheit und Partizipation. In L. Bruhn &amp; J. Homann (Hrsg.), UniVision 2020. Ein Lehrhaus für Alle &#8211; Perspektiven für eine barriere- und diskriminierungsfreie Hochschule (S. 22-28). Freiburg: Centaurus Verlag Media.</p>
<p>Bükers, F. (2017). Eine Halle für alle. Zur Barrierefreiheit, Zugänglichkeit und Nutzbarkeit von Sporthallen. sportpädagogik (2), S. 38-41.</p>
<p>Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (Hrsg.). (2002 / 2018). Gesetz zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen (Behindertengleichstellungsgesetz &#8211; BGG). http://www.gesetze-im-internet.de/bgg/index.html</p>
<p>Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (Hrsg.). (2016). Leitfaden Barrierefreies Bauen. Hinweise zum inklusiven Planen von Baumaßnahmen des Bundes. https://www.bmi.bund.de/SharedDocs/downloads/DE/publikationen/themen/bauen/leitfaden-barrierefreies-bauen.pdf?__blob=publicationFile&amp;v=11.</p>
<p>Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit (Hrsg.). (2003). Ökonomische Impulse eines barrierefreien Tourismus für alle. Eine Untersuchung im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Arbeit. Kurzfassung der Untersuchungsergebnisse. Zugriff am 10. Oktober 2018 unter https://www.pro-retina.de/dateien/ea_barrierefreier_tourismus_oekonomie.pdf</p>
<p>Degenhardt, S. (2018). „Stell Dir vor, es gibt eine inklusive Schule und Du kommst nicht rein…!“. Barrierefreiheit im Schulbau als notwendiger Teil inklusiver Schulentwicklung. Sonderpädagogische Förderung heute, 63(2), 145–157.</p>
<p>Heck, H. (2012). Barrieren. In I. Beck &amp; H. Greving (Hrsg.), Lebenslage und Lebensbewältigung (S. 328–333). Stuttgart: Kohlhammer.</p>
<p>Kastl, J. M. (2016). Barriere, Barrierefreiheit. In M. Dederich, I. Beck, U. Bleidick &amp; G. Antor (Hrsg.), Handlexikon der Behindertenpädagogik. Schlüsselbegriffe aus Theorie und Praxis (S. 102-103). Stuttgart: Kohlhammer.</p>
<p>Lebenshilfe Wittmund e. V. &amp; Regionales Umweltbildungszentrum Schortens e. V. (Hrsg.). (2002). Natur für alle. Planungshilfen zur Barrierefreiheit – Basisinformationen. Zugriff am 30. August 2019 unter https://ruz-schortens.de/natur-fuer-alle.html?file=files/ruz_schortens/pdf/natur_fuer_alle/PH1_Basisinfo.pdf.</p>
<p>Leidner, R. (2007). Die Begriffe „Barrierefreiheit“, „Zugänglichkeit“ und „Nutzbarkeit“ im Fokus. In P. S. Föhl, S. Erdrich, H. John &amp; K. Maass (Hrsg.), Das barrierefreie Museum. Theorie und Praxis einer besseren Zugänglichkeit (Publikationen der Abteilung Museumsberatung / Landschaftsverband Rheinland, Rheinisches Archiv- und Museumsamt, 24, S. 28–34). Bielefeldt: Transcript.</p>
<p>Lynch, H., Moore, A. &amp; Prellwitz, M. (2018). From Policy to Play Provision: Universal Design and the Challenges of Inclusive Play. Children, Youth and Environments, 28 (2), 12. doi: 10.7721/chilyoutenvi.28.2.0012.</p>
<p>Tervooren, A. &amp; Weber, J. (Hrsg.). (2012). Wege zur Kultur. Barrieren und Barrierefreiheit in Kultur- und Bildungseinrichtungen. Köln: Böhlau.</p>
<p>United Nations (Hrsg.). (2006 / 2008). Gesetz zu dem Übereinkommen der Vereinten Nationen vom 13. Dezember 2006 über die Rechte von Menschen mit Behinderung sowie zu dem Fakultativprotokoll vom 13. Dezember 2006 zum Übereinkommen der Vereinten Nationen über die Rechte von Menschen mit Behinderung. UN-BRK (2006/2008). https://www.un.org/Depts/german/uebereinkommen/ar61106-dbgbl.pdf.</p>
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		<title>Mehr Freude im Alltag – von Kindern lernen</title>
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		<pubDate>Fri, 06 Sep 2024 15:52:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Freude ist wichtig, damit wir allen negativen Strömungen im Alltag auch positive Erfahrungen entgegensetzen können. Doch wie erfahren wir Freude? Kinder können hier ein großes Vorbild sein. Alles ist ein Abenteuer Von unseren Kindern können wir den naiven, neugierigen und unverbrauchten Blick auf die Welt lernen. Jeder Tag ist ein Abenteuer für das Kind, und [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Freude ist wichtig, damit wir allen negativen Strömungen im Alltag auch positive Erfahrungen entgegensetzen können. Doch wie erfahren wir Freude? Kinder können hier ein großes Vorbild sein.</p>
<h2><strong>Alles ist ein Abenteuer</strong></h2>
<p>Von unseren Kindern können wir den naiven, neugierigen und unverbrauchten Blick auf die Welt lernen. Jeder Tag ist ein Abenteuer für das Kind, und gar nicht früh genug können die Füßchen morgens durch die Wohnung trippeln auf der Suche nach neuen Erfahrungen. Eltern sind früh am Morgen oft froh, wenn sie die Alltagsroutine noch ein wenig vor sich herschieben können. Ein kleines Kind weiß hingegen noch nicht, was das ist. Alles ist neu. Und wer versucht, die Welt aus der Sicht seines Kindes zu betrachten, der wird sie auf einmal mit ganz anderen Augen wahrnehmen. Nur müssen wir bereit sein, das Verhältnis zwischen Kind und Erwachsenem, zwischen Lernendem und Lehrendem, einmal umzudrehen und das Kind als Lehrmeister für Dinge zu akzeptieren, die in uns verschüttet wurden. Die folgenden Tipps können dabei helfen:</p>
<ul>
<li>Versuchen Sie, die Welt aus der Perspektive Ihres Kindes neu zu entdecken.</li>
<li>Bedenken Sie: Ursprung jeder Kreativität sind die kindliche Sicht auf die Welt, die Neugier, der spielerische Umgang mit dem selbstverständlich Gewordenen.</li>
<li>Sehen Sie Ihr Kind nicht als unfertig an: Es ist ein Mensch in einer anderen Lebensphase als Sie, mit anderen psychischen und physischen Voraussetzungen.</li>
<li>Erlauben Sie es sich, ab und zu aus der Rolle des erziehenden und belehrenden Erwachsenen auszusteigen. Steigen Sie stattdessen in die Rolle des Lernenden ein. Was wir in Therapien eventuell mühsam wiedererlernen müssten, kann uns das Leben mit unseren Kindern ganz selbstverständlich schenken.</li>
</ul>
<p>Und es gibt eine Menge, das unsere Kinder uns beibringen können. Die Konzentration etwa, mit der sie spielen. Wir Erwachsenen haben tausend Dinge im Kopf und ständig Termine und danach die nächsten Termine, und längst haben wir die Fähigkeit verloren, den Augenblick intensiv zu erleben. Es fällt uns schwer, uns zu konzentrieren, und manchmal nehmen wir auch unseren Kindern diese Fähigkeit schon sehr früh, wenn wir sie zu oft aus ihrer Beschäftigung reißen. Mütter oder Väter, die sich Zeit nehmen für das Spielen mit ihren Kindern, sich einlassen auf die Spielwelt ihrer Kinder, können sich so ein Stück Konzentrationsfähigkeit und Freude am Augenblick zurückerobern.</p>
<h2><strong>Das Kind in uns wiederentdecken</strong></h2>
<p>Unsere Kinder haben die Kraft, bei ihren Eltern die Erinnerung an die eigene Kindheit hervorzubringen. Wer abends beim Vorlesen der Gute-Nacht-Geschichte die Spannung und Freude der Zuhörerinnen und Zuhörer erlebt, der wird sich zurückversetzen können in die Wunderwelt, die er mit der TKKG-Bande teilte. Das Kind in uns selbst ist gar nicht so fern.</p>
<p>Berührungsängste führen dazu, dass wie verschlossen und gehemmt anderen Menschen und neuen Dingen gegenüberstehen. Diese Ängste hat ein Kind in der Regel nicht. Es steckt voller Tatendrang und Entdeckerfreude. Nur durch Erfahrungen und Erziehung eignen wir uns eine Skepsis an, die manchem Erwachsenen jede Offenheit und viele Freuden verwehrt.</p>
<p>Wenn wir herzlicher handeln und aufgeschlossen gegenüber fremden Menschen und unbekannten Erlebnissen sind, haben wir wieder die Möglichkeit, neue Ufer zu ergründen und hier Freude und Glück zu erfahren. Menschen, die sich nicht trauen, auf andere Menschen zuzugehen oder diese gar abwehren, können diese Erfahrung nicht machen. Natürlich muss in jeder neuartigen Situation auch die Vernunft entscheiden, ob man sich in Gefahr begibt oder nicht.</p>
<h2><strong>Spontan sein, Lachen und Fantasie sorgen für mehr Glück im Alltag</strong></h2>
<p>Ein Leben ohne Überraschungen? Wie langweilig. Spontanität hilft uns, ungehindert Neues zu erleben und Bauchentscheidungen zu treffen. Das, was der Bauch sagt, ist oft richtig. Also sollte man nicht immer auf den vernünftigen Kopf hören, sondern auch mal spontan dem Bauchgefühl nachgeben. Nicht viel nachdenken, sondern einfach drauf los agieren! Auf zu neuen Ufern, sich etwas zutrauen, den inneren Schweinehund überwinden. So bringt man Bewegung und oftmals auch viel Freude in sein Leben.</p>
<p>Kennen Sie das gute Gefühl, wenn man spontan von Menschen angelächelt wird? Es ist ein schönes Gefühl, das Sie auch selbst verschenken können, und zwar unendlich oft. Lachen und Lächeln schenkt beiden Seiten Freude. Kinder sind automatisch unbeschwert und ausgelassen und lachen aus vollem Halse immer dann, wenn ihnen danach ist. Daran sollten wir uns ein Beispiel nehmen. Lachen kann man nicht nur über Komisches, auch das Lachen über sich selbst macht sympathisch und bringt gute Laune.</p>
<p>Erwachsene verlassen meist ihre bekannten Wege nicht. Das führt zu Eintönigkeit und Frust. Wer einmal andere als die bekannten Methoden ausprobiert und unbekannte Pfade bestreitet, kann Neues entdecken und dadurch seine Erfahrungen ausbauen und Selbstbewusstsein tanken. Das macht uns innerlich stark und froh.</p>
<p>Und weil auch wir sehr gerne lachen, möchten wir Ihnen direkt einen Anreiz geben:</p>
<h2><strong>Was sagt der große Stift zum kleinen Stift?</strong></h2>
<p>Wachs-mal-stift.</p>
<p>&nbsp;</p>
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